In letzter Zeit haben viele verschiedene Gruppen die Gedenkstätte besucht.
Eine radfahrende Männergruppe aus Henstedt-Rhen, der Landfrauenverein
Schmalfeld ebenfalls mit dem Fahrrad, die Hauptschulabsolventen der
VHS-Kaltenkirchen und eine Abschlussklasse der Förderschule Barmstedt
informierten sich über die zeitgeschichtlichen Ereignisse in unserer Region.
Im Dokumentenhaus wurde unterrichtet, vorgetragen und diskutiert. Alle
legten am Ende ihres Informationsbesuches Feldsteine nieder, die mit den
Namen der im KZ-Außenkommando Kaltenkirchen verstorbenen Häftlingen
beschriftet waren.
Die Gedenkstätte als Lernort der Geschichte! Wie erfreulich sich inzwischen
die Akzeptanz der Gedenkstätte in der Region entwickelt hat, zeigten jüngst
die vielen lernwilligen Besucher aus den verschiedenen umliegenden
Gemeinden. Ihnen konnte anschaulich und lebendig im Dokumentenhaus das
Schicksal einzelner KZ-Häftlinge im Kaltenkirchener Lager, die
Voraussetzung, die Entstehung und der Zweck des Lagers, die Zustände im
Lager, die Verstrickungen der Täter, Mitläufer und Anwohner in die
hasserfüllte Ideologie des Naziregimes mit ihren Folgen, aber auch die
Bereitschaft einiger weniger Menschen in der Wald- und Gartenstadt
Springhirsch, den Häftlingen zu helfen, erläutert werden. Dankenswerterweise
hatten die Stadt Kaltenkirchen einen Overheadprojektor und die
Kreissparkasse Südholstein eine Videoanlage gesponsert, so dass im
Dokumentenhaus für die Informationsarbeit Visualisierungshilfen zu Verfügung
stehen. Inzwischen ist es durchaus möglich, für eine Schulklasse den
gesamten Unterrichtsvormittag im Dokumentenhaus zu gestalten. Schüler lernen
ohnehin lieber hier draußen vor Ort als in der Schule. Zeitgeschichte
anschaulich und lebendig am Ort des ehemaligen Geschehens! Ist die
Schulklasse nicht zu groß - bis zu 30 Personen haben Sitzgelegenheit - kann
hier auch schriftlich gearbeitet werden, z.B. das Ausfüllen eines
Fragebogens oder die Anfertigung von Protokollen.
Das Bild zeigt die Schüler der Förderschule Barmstedt nach dem Niederlegen
der beschrifteten Feldsteine. Die Klasse hatte zuvor im Dokumentenhaus
zusammen mit einem Vertreter des Trägervereins einen Fragebogen bearbeitet
und in einem Frage und Antwortspiel sich sachkundig gemacht. Wir vom
Trägerverein sind froh, dass die Gedenkstätte als Lernort der Geschichte so
lebendig angenommen wird.
Jürgen Gill
Pressesprecher des Trägervereins