Lernort der Geschichte

10.06.2004



Schüler der Förderschule BarmstedtIn letzter Zeit haben viele verschiedene Gruppen die Gedenkstätte besucht. Eine radfahrende Männergruppe aus Henstedt-Rhen, der Landfrauenverein Schmalfeld ebenfalls mit dem Fahrrad, die Hauptschulabsolventen der VHS-Kaltenkirchen und eine Abschlussklasse der Förderschule Barmstedt informierten sich über die zeitgeschichtlichen Ereignisse in unserer Region. Im Dokumentenhaus wurde unterrichtet, vorgetragen und diskutiert. Alle legten am Ende ihres Informationsbesuches Feldsteine nieder, die mit den Namen der im KZ-Außenkommando Kaltenkirchen verstorbenen Häftlingen beschriftet waren.

Die Gedenkstätte als Lernort der Geschichte! Wie erfreulich sich inzwischen die Akzeptanz der Gedenkstätte in der Region entwickelt hat, zeigten jüngst die vielen lernwilligen Besucher aus den verschiedenen umliegenden Gemeinden. Ihnen konnte anschaulich und lebendig im Dokumentenhaus das Schicksal einzelner KZ-Häftlinge im Kaltenkirchener Lager, die Voraussetzung, die Entstehung und der Zweck des Lagers, die Zustände im Lager, die Verstrickungen der Täter, Mitläufer und Anwohner in die hasserfüllte Ideologie des Naziregimes mit ihren Folgen, aber auch die Bereitschaft einiger weniger Menschen in der Wald- und Gartenstadt Springhirsch, den Häftlingen zu helfen, erläutert werden. Dankenswerterweise hatten die Stadt Kaltenkirchen einen Overheadprojektor und die Kreissparkasse Südholstein eine Videoanlage gesponsert, so dass im Dokumentenhaus für die Informationsarbeit Visualisierungshilfen zu Verfügung stehen. Inzwischen ist es durchaus möglich, für eine Schulklasse den gesamten Unterrichtsvormittag im Dokumentenhaus zu gestalten. Schüler lernen ohnehin lieber hier draußen vor Ort als in der Schule. Zeitgeschichte anschaulich und lebendig am Ort des ehemaligen Geschehens! Ist die Schulklasse nicht zu groß - bis zu 30 Personen haben Sitzgelegenheit - kann hier auch schriftlich gearbeitet werden, z.B. das Ausfüllen eines Fragebogens oder die Anfertigung von Protokollen.

Das Bild zeigt die Schüler der Förderschule Barmstedt nach dem Niederlegen der beschrifteten Feldsteine. Die Klasse hatte zuvor im Dokumentenhaus zusammen mit einem Vertreter des Trägervereins einen Fragebogen bearbeitet und in einem Frage und Antwortspiel sich sachkundig gemacht. Wir vom Trägerverein sind froh, dass die Gedenkstätte als Lernort der Geschichte so lebendig angenommen wird.

Jürgen Gill
Pressesprecher des Trägervereins

 

 

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