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Newsletter
KZ-Gedenkstätte
Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 5 vom 22.November 2003
Zurückliegende
Veranstaltungen
Neue Inhalte auf der
Internetseite der KZ-Gedenkstätte
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• 25.11.03, 16.00 Uhr: Der Kirchenvorstand Kaltenkirchen und der Vorstand des Trägervereins wollen den Kaltenkirchener Friedhof gemeinsam inspizieren. Es geht um die Verbesserung der Grabanlagen für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Trägerverein hat folgende vier Punkte ins Auge gefasst:
· Die Kissensteine müssen immer frei liegen
· Die Sammeltafeln im Hintergrund müssen vom Weg her erreichbar, sichtbar und lesbar sein
· Einige alles überwuchernde Gewächse müssen beseitigt werden
· Die Hinweistafel am Haupteingang muss ausführlichere Informationen enthalten, z.B. darüber, wer hier und wer in Moorkaten begraben liegt
• 5.1.04 Sondersitzung des Vorstandes: Außer der Reihe will sich der Vorstand des Trägervereines mit inhaltlichen Fragen der Gedenkstätte beschäftigen. Insbesondere soll ein didaktisches Konzept entwickelt werden, um den pädagogischen Auftrag besser wahrnehmen zu können.
2. Zurückliegende Veranstaltungen
• Für den Volkstrauertag am 16.11. hatten die Evangelische Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh und der Trägerverein KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen gemeinsam zu einer Gedenkwanderung eingeladen. 35 Teilnehmer versammelten sich zunächst um die Säule auf dem ehemaligen Appellplatz. Danach wanderten die Teilnehmer über das Bundeswehr-Übungsgelände ca. drei Kilometer zur Gräberstätte Moorkaten, wo sie Windlichter anzündeten. Hier betonte der Vorsitzende des Trägervereins Gerhard Hoch, dass der Frieden nicht darin bestehe, in stiller Abstinenz den Dingen ihren Lauf zu lassen, sondern aktiv gehandelt werden müsse. Das Werkzeug dazu sei hier vorhanden. Beide Seiten, Kirche und Gedenkstätte, wüssten sich gemeinsam dazu aufgerufen, die Sensibilität hinsichtlich aller Opfer heute und damals zu pflegen und Aufklärungsarbeit zu leisten.
• Fahrt des Vorstandes nach Gudendorf am 8.11.: Die Gedenkstätte in Gudendorf , die an verstorbene sowjetische Kriegsgefangenen erinnern will, liegt versteckt in einem Wald. Einen Hinweis auf das vermutete Massengrab an Ort und Stelle findet man nicht. Dennoch mahnt eine beeindruckende Skulptur seit 1961. Leider ist das Hinweisschild „Kriegsgräberstätte“ im Dorf irreführend, denn bei den Begrabenen hier handelt es sich um sowjetische Kriegsgefangene, die unmenschlicher Behandlung und nicht Kriegseinwirkungen zum Opfer gefallen sind. Irgendwie wirkt die Gedenkstätte verloren und leblos am Rande des Dorfes und von ihm unbemerkt. Das ist schade, denn die im Wald versteckte Einrichtung wird liebevoll gepflegt.
Der Vorstand will weitere Besuche auch anderer Gedenkstätten in Schleswig-Holstein folgen lassen. Die Beteiligten waren sich darin einig, dass solche Fahrten den Zusammenhalt innerhalb des Vorstandes fördert und einen fruchtbaren Austausch über die Gedenkarbeit ermöglicht.
3. Neue Informationen
• Das Luftbild von 1956 regte viele ehemalige Bewohner des Flüchtlingslagers, das in den Baracken des ehemaligen KZ-Lagers eingerichtet worden war, zu vielfältigen Erinnerungen an. Z.B. erinnerte man sich daran, dass die alte Wasch- und Latrinenbaracke, deren Fundamente heute in der Gedenkstätte gesichert sind, damals noch von den Flüchtlingsfamilien genutzt wurde. Wo nur wenige Jahre zuvor neben der Latrine die täglich anfallenden Leichen gelagert wurden, spielte sich arglos das Leben der Flüchtlinge ab. Sie ahnten nicht, auf welch schicksalsgetränkter Erde sie lebten.
• 1950, so erinnert sich ein ehemaliger Hilfsarbeiter, musste er mit einem Vorschlagshammer Betondecken auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes zertrümmern. Dabei sei eine skelettierte Leiche gefunden worden. Das bestätigt unsere Vermutung, dass im Gelände das heutigen Truppenübungsplatzes noch mehrere unbekannte Massengräber versteckt liegen müssen.
• Das Krankenrevier Heidkaten des Stalag X muss ein furchtbares „Sterbelager“ für viele sowjetische Kriegsgefangene gewesen sein. Einem jungen Mann ist es gelungen, einen jetzt sehr alten damaligen Militärarzt zu interviewen, der die entsetzlichen Zustände des Lagers sehr konkret und glaubwürdig bestätigte. Auch nach seiner Aussage muss es in der Umgebung mehrere Massengräber geben.
Der das Gedenkstättengelände zur B4 abgrenzende Erdwall befindet sich vor seiner Vollendung. Nachdem es wegen der benötigten Menge an Erdmasse Schwierigkeiten gegeben hatte, kann nun bald die Bepflanzung in Angriff genommen werden. Allerdings fallen Mehrkosten an, die von eigenen Mitteln des Trägervereins getragen werden müssen.
Während des Sommerhalbjahres war das Dokumentenhaus für Besucher geöffnet. Eine Aufsicht stand für Fragen zur Verfügung. Die Aufsichtspersonen führten Buch über die Anzahl der Besucher. Außerdem wurden die Infoblätter gezählt, die von Besuchern unter der Woche dem Infokasten entnommen worden waren. Die endgültige Auswertung steht noch offen, aber jetzt kann schon mit Sicherheit gesagt werden, dass weit mehr als 1000 Besucher unsere Gedenkstätte 2003 aufgesucht haben.
6. Neue Inhalte auf der Internetseite der KZ-Gedenkstätte
· Unter "Archivtexte" finden Sie auf unserer Homepage zwei neue Beiträge:
§ Otto Freyer - das Gesicht des Lagerführers
§ "Lager", eine Begriffsbestimmung
· Unter "KZ-Gedenkstätte" wurde ein Foto-Rundgang über die Gedenkstätte neu eingefügt. Einige weitere Fotos sollen in Zukunft folgen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Trägerverein
Texte: Jürgen Gill, Pressesprecher
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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.
Eine Online-Version dieses Newsletters finden Sie hier.
Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de
Vorsitzender: Gerhard Hoch
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zum Trägerverein: Jürgen Gill unter gill@kz-kaltenkirchen.de
zum Webmaster der Homepage: Jörn Wommelsdorff unter wommelsdorff@kz-kaltenkirchen.de
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