Newsletter
KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 44 vom 22. Oktober 2007

 

 

* Ein-Euro-Kraft

* Prof. Pohl und Dr. Garbe zu Besuch

* Aktuelle Pinnwand

* Veranstaltung am Volkstrauertag

* Roger Rémond

 Besucher

 Neue Tafeln im Vorraum

 

 

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1. Ein-Euro-Kraft:

 

Herr Horstmann Seit Anfang Juni arbeitet als Hausmeister Herr Horstmann in unserer Gedenkstätte. Zuverlässig und engagiert übt er seinen Dienst aus. Inzwischen hat er sich so gut eingearbeitet und fühlt sich so wohl bei uns, dass er es bedauert, Ende November wieder die Gedenkstätte verlassen zu müssen. Deshalb stellte er an die VHS-Kaltenkirchen den Antrag, seine Maßnahme um ein weiteres halbes Jahr verlängert zu bekommen. Das Gelände der Gedenkstätte und das neue Haus präsentieren sich dank seiner Tätigkeit in einem hervorragenden Zustand.


 

 

2. Prof. Karl Heinrich Pohl und Dr. Detlef Garbe zu Besuch:

 

Dr. Detlef Garbe, Dr. Gerhard Hoch und Prof. Karl Heinrich PohlDer Vorsitzende des Beirates der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten und der Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme besuchten jüngst unsere Gedenkstätte und machten sich ein Bild vom derzeitigen Entwicklungsstand unserer Einrichtung. Beide zeigten sich sehr angetan. Im Gespräch mit Vorstandsmitgliedern wurden Konzepte einer erweiterten Ausstellung erörtert. Als Ergebnis bot Prof. Karl Heinrich Pohl an, Studenten seines Seminars für Kaltenkirchen zu interessieren. In einem Projekt, an dessen Ende eine didaktisch und medial aufbereitete, erweiterte Ausstellung stehen könnte, sollen Vertreter der Gedenkstätte mit Studenten/innen zum gegenseitigen Vorteil zusammenarbeiten. Wir steuern die Inhalte bei und die jungen Leute entwickeln geeignete Formen der Präsentation. Wir freuen uns auf die verabredete Zusammenarbeit.


 

 

3. Aktuelle Pinnwand:

 

Die neue Pinnwand im Vorraum des neuen Hauses.Im Vorraum des neuen Hauses befindet sich eine aktuelle Pinnwand in der Erprobung. Ein brisantes aktuelles Thema, das auf gegenwärtige Gefahren für Freiheits- und Menschenrechte hinweist, soll Besucher zu Stellungnahmen motivieren. Inzwischen hat sie schon vielfältige Diskussionen ausgelöst. Auf der freien Fläche unter der Überschrift „Ihre Meinung ist gefragt“ haben schon einige Besucher ihre Auffassung dargestellt. Trotzdem sollte zukünftig das zu diskutierende Thema aus didaktischer Erwägung heraus zunächst zwar in der Sache deutlich, aber weniger den Betrachter schon in eine bestimmte Meinungsrichtung drängend, vorgestellt werden, um ihm mehr Freiheit zu lassen für die eigene Meinungsäußerung. Es wäre nicht nur unpädagogisch, sondern auch gewissermaßen unaufrichtig, unter dem rigiden: „so ist es und nicht anders“ die Besucher noch zur Meinungsäußerung aufzufordern. Aber danach will der Trägerverein unter Beachtung der Meinungszettel auf der Pinnwand sehr deutlich seine Auffassung öffentlich – auch in der Presse - darstellen, insbesondere dann, wenn es um gegenwärtige Strömungen in Politik und Gesellschaft geht, die eine Gefahr für unsere Grund- und Menschenrechte bedeuten.         

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4. Veranstaltung am Volkstrauertag:

Am 18. Nov. 2006 wollen wir - wie in den Vorjahren - eine Gedenkwanderung von der Gedenkstätte in Springhirsch quer durch das Übungsgelände der Bundeswehr zur Gräberstätte in Moorkaten durchführen. Hier sollen wieder Windlichter als Zeichen des Gedenkens und der Würdigung der Opfer an den Grabstellen niedergelegt werden. Anschließend werden wir hinüber zur Hinrichtungsstätte „Fred Göttner“ wandern und Blumen ablegen. Dort haben wir genau vor einem Jahr ein Gedenkkreuz aufgestellt. Die Bundeswehr hat inzwischen ihr Einverständnis erklärt, an diesem Tag die Gruppe auf einer festgelegten Route über ihr Gelände gehen zu lassen. Für diese Unterstützung danken wir dem Standortältesten ausdrücklich. Zu der Veranstaltung zwischen 14.00  und 17.30 Uhr sind alle Bürger eingeladen. – Zudem ist ein Gespräch mit Pastorin Dittkrist von der ev. luth. Kirchengemeinde Kaltenkirchen vorgesehen, um eine mit der Kirche abgestimmte Form der Veranstaltungen zum Volkstrauertag zu erreichen.

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5. Roger Rémond:

 

Zu Besuch auf der Gedenkstätte im Mai 2005: Roger Rémond (in der Mitte) mit den ehemaligen Häftlingen Paul Krattinger und Piere Vigne. 
Links: Dr. Gerhard Hoch.


Unser alter Freund, Roger Rémond, ist Anfang Oktober verstorben. Der Trägerverein war ihm und seiner Familie von je her besonders eng verbunden. Die Nachricht von seinem Tod hat uns sehr traurig gemacht. - Roger Rémond war als sehr junger Mann im Juli 1944 mit sechs weiteren jungen Männern aus seinem Juradorf als Geiselhäftling nach Deutschland verschleppt, in Neuengamme eingeliefert und als KZ-Häftling in Kaltenkirchen zur Arbeit an der Start- und Landebahn des Militärflugplatzes gezwungen worden.  Besonders die eisigen Wintertemperaturen im Januar 1945 haben ihm wie den vielen anderen Häftlingen furchtbar zugesetzt. Er überlebte in Wöbbelin, wohin die Häftlinge am 16.4.45 evakuiert worden waren, nur äußerst knapp. Nach seiner Befreiung im Mai 1945 benötigte er sieben bis acht Jahre, um sich von den Strapazen der Haft und von den erlittenen Schädigungen an seiner Gesundheit zu erholen. Mehrmals besuchte er Kaltenkirchen. Zuletzt kam er im Mai 2005 zusammen mit einer großen Gruppe französischer Besucher zur Gedenkstätte in Springhirsch. Im Mai 2007 vermissten wir ihn, als die Franzosen erneut zu Besuch weilten. Es hieß, Roger Rémond sei schwer erkrankt. – Ich höre ihn immer wieder sagen: „Warum habe ich damals überlebt und die sechs Kameraden aus meinem Dorf nicht.“   - Roger Rémond starb mit 83 Jahren im Kreis seiner Familie.

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6. Besucher:

 

Eine von Prof. Witt geführte Besuchergruppe des Landesarchivs Schleswig.Der Besucherstrom zur KZ-Gedenkstätte reißt nicht ab. Schulklassen, aber auch Erwachsenengruppen nutzten die Gedenkstätte auch jetzt im Herbst.

Als nächstes hat sich die „AG Stolpersteine“ aus Barmstedt angesagt. Es handelt sich um eine Initiative des Vereins Rasselbande e.V., der in Barmstedt an geeigneten Stellen Stolpersteine anbringen möchte, um an vergangenes Unrecht zu erinnern. Dafür sammelt er Informationen, u. a. auch bei uns.


 

 

7. Neue Tafeln im Vorraum:

 

Zwei neue Ausstellungstafeln mit den Lebensläufen von Richard Tackx, Roger Rémond, Henry Canard und Arie Roders.Zwei Ausstellungstafeln im Vorraum des neuen Hauses fallen Besuchern sofort ins Auge. Hier werden die Lebensläufe von vier ehemaligen KZ-Häftlingen des Außenkommandos Kaltenkirchen in Dokumenten, Fotos und Texten dargestellt: Richard Tackx, Roger Rémond, Henry Canard und Arie Roders. Gerade Jugendliche werden von den Lebensläufen dieser Menschen besonders angesprochen. Nichts ist daran abstrakt oder theoretisch.

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Text und Fotos: Jürgen Gill

 

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Trägerverein

 

 

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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.

 

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Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de

Vorsitzende: Uta Körby

 

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