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KZ-Gedenkstätte
Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 43 vom 12. September 2007
Das alte Bahnhofsgebäude in Kaltenkirchen
bleibt erhalten
Zukünftige
Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes
Ausflug
des Vorstandes auf die Halbinsel Eiderstedt
Leserbrief
von Hans-Jörg Stein in der „Umschau“
Stühle,
Tische und Pult von Dodenhof
Arbeitskreis
Geschichte im Amt Segeberg-Land
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1. Das alte Bahnhofsgebäude in Kaltenkirchen bleibt erhalten:
Das Schicksal des alten
Bahnhofsgebäudes der AKN war eigentlich schon besiegelt. Nun bleibt es doch
erhalten. Die beiden großen Fraktionen der Kaltenkirchener Stadtvertretung, CDU
und SPD, haben sich mit dem Investor auf den Erhalt geeinigt. Der Investor,
hinter dem eine jüdische Finanzgruppe steht, will für ca. 30 Millionen ein
Einkaufzentrum rund um den neuen Bahnhof in Kaltenkirchen bauen. Der
Trägerverein hatte kurz zuvor in einem Gespräch mit dem Bürgermeister Sünwoldt
als auch in einem Brief an die Stadtvertreter Kaltenkirchens auf die
historische Bedeutung des alten Bahnhofs hingewiesen und sich für seinen
Erhalt eingesetzt.
2. Zukünftige Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes:
Nach Aussage der beiden größten Fraktionen in der Kaltenkirchener Stadtvertretung werden sie Ende September dem Erhalt des Gebäudes zustimmen. Damit eröffnet sich die Frage, wie es zukünftig genutzt wird. Hierzu wird sich die Stadtvertretung später Gedanken machen unter Einbeziehung der Bürger und Vereine der Stadt. Auch der Trägerverein wird dazu gefragt werden. Aus Sicht des Trägervereins erscheint es sinnvoll, wenn in einem Raum des Gebäudes Fotos und Dokumente zur Geschichte der AKN mit einem besonderen Hinweis auf die Häftlingstransporte ausgestellt werden könnten.
3. Ausflug des Vorstandes auf die Halbinsel Eiderstedt:
Jürgen
Fock hatte den Pfeil auf die Schleswig-Hostein-Karte geworfen
und das nördliche Eiderstedt getroffen. Ihn hatte der Vorstand zu einem
gemeinsamen Ausflug eingeladen, weil er Jürgen Fock für seinen Einsatz zum
Ausbau des neuen Dokumentenhauses danken wollte. Man fuhr nach Oldenswort und
erhielt hier eine interessante Führung in der Kirche des Ortes. Anschließend
verbrachte man den Tag in Westerhever und wanderte zum Leuchtturm. Die Nordsee
schickte einen strammen Wind, der die Teilnehmer ordentlich durchpustete, was
sich hoffentlich sehr positiv auf die zukünftige Zusammenarbeit im Vorstand
auswirken wird. Zuletzt besuchte man den Roten Haubarg bei Witzwort. Alle waren
sich einig: Solche Ausflüge müssen jedes Jahr wiederholt werden. Anlässe wird
man schon finden.
4. Leserbrief von Hans-Jörg Stein in der „Umschau“:
Hans Jörg Stein, der der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen immer verbunden war, beklagte ein nach seiner Ansicht „rückwärtsgewandtes und apolitisches Verhalten“ des Trägervereins. In seinem Leserbrief schrieb er: „Während Deutschland in Afghanistan Krieg führt, das Grundgesetz immer weiter ausgehöhlt und die Überwachung der Bürger durch den Staat perfektioniert wird, verhält sich der der Trägerverein gegenüber diesen und anderen besorgniserregenden Vorgängen völlig passiv…“ Nun, ganz so passiv verhält sich der Trägerverein nicht. Bei der Arbeit mit Besuchergruppen und Schulklassen und in Einzelgesprächen haben wir immer den Bezug zur Gegenwart hergestellt. Das Zurückschauen in die Geschichte macht nur dann Sinn, wenn wir zugleich bereit sind, Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Trotzdem sind wir Herrn Stein dankbar, uns in dieser Hinsicht kritisch daran zu erinnern. Nur eines sollte er verstehen: Der Trägerverein muss offen sein für alle demokratischen Parteien. Aus dem tagespolitischen Parteiengezänk mit seinen stereotypen Reflexen wird er sich heraushalten. In der nächsten Sitzung des Arbeitskreises werden wir uns u. a. auch mit diesem Thema beschäftigen.
5. Stühle, Tische und Pult von Dodenhof:
Nach zwei
kleineren Reklamationen ist nun die Inneneinrichtung des neuen Dokumentenhauses
komplett. Die Fa. Dodenhof hat dem Trägerverein einen großzügigen Nachlass für
die schönen Stühle, die praktischen Tische und für das solide Rednerpult
gewährt. Während eines Besuches des CDU-Ortsverbandes Lentföhrden Ende August
hat sich die neue Inneneinrichtung als ausgezeichnet praktikabel erwiesen. Wir
verfügen nunmehr über einen geräumigen, zweckmäßig eingerichteten und
attraktiven Schulungs- und Versammlungsraum. Für das preisliche Entgegenkommen
der Fa. Dodenhof danken wir sehr herzlich.
6. Arbeitskreis Geschichte im Amt Segeberg-Land:
Der genannte Arbeitskreis hat 2006 einen zweiten Studien- und Materialienband „…und um halb zehn kamen die Engländer“ herausgegeben. Eine Fülle Material, Berichte, Erinnerungen, Briefe, Fotos usw. wird hier ausgebreitet und oft willkürlich und unzusammenhängend nebeneinander gestellt. Den „Hobby-Historikern“ war es augenscheinlich wichtig darzustellen, wie die deutsche Bevölkerung in unserer engeren Heimat das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebt und erlitten hat. Aber an keiner Stelle klingt dabei auch nur andeutungsweise an, dass jener Zusammenbruch zugleich auch als Befreiung von nationalsozialistischer Barbarei und Gewalt hätte erlebt werden können. Im Gegenteil: Die Hoffnungen und Befürchtungen der hiesigen Einwohner bezogen sich allein auf Sieg oder Niederlage der deutschen Truppen. Von Mitleid für die Opfer oder von Scham angesichts der Verbrechen gibt es keine Spur. Insofern spiegelt die Sammlung die damalige Stimmungslage der Bevölkerung durchaus korrekt wider. Ärgerlich ist nur, dass die einzelnen Kommentare der Autoren - besonders jene von Peter Schiller – offen oder versteckt darauf angelegt sind, die Bevölkerung von jeder Verantwortung zu entlasten. Als Quellensammlung der deutschen Befindlichkeit (Selbstmitleid) könnte die „Studie“ interessant sein. Aber unverantwortlich ist sie gegenüber der lesenden und forschenden Jugend wegen der unkritischen und verharmlosenden Kommentare. Die Autoren haben sich selber einfangen lassen von jener deutschen Nachkriegsstimmungslage. Mit seriöser Geschichtsschreibung hat das nichts zu tun.
Text und Fotos: Jürgen Gill
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Trägerverein
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