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KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 39/40 vom 20. April 2007

 

 

* Oettinger wurde abgehängt

* Ausbau des neuen Containers in Eigenleistung

* Welche Arbeiten am neuen Container stehen demnächst an?

* Finanzlage

* Truppenübungsgelände der Bundeswehr

 Mitgliederversammlung am 6. Mai

 Einweihung und Pressekonferenz

* Jürgen Focks schulischer Helferkreis

 „Quickborn unterm Hakenkreuz“

 Viele Besucher

 Öffnungszeiten

 

 

Eine Online-Version dieses Newsletters finden Sie hier.

 

 

1. Oettinger wurde abgehängt:    

 

Im Dokumentenhaus der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen sahen Besucher ein Foto von Dr. Gerhard Hoch und Günter Oettinger, das anlässlich der Verleihung des Bürgerpreises im Dezember 2006 in Berlin entstanden war. Nachdem erste Meldungen über Oettingers Trauerrede für Hans Filbinger erschienen waren, haben wir spontan und erschrocken das Foto entfernt. Dass es sich dort nicht mehr befindet, hat Dr. Gerhard Hoch dem Ministerpräsidenten Oettinger in einem Brief mitgeteilt.

 

Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg ist ein viel beschäftigter Mann. Er spielt auf vielen Hochzeiten, ist ein fleißiger Pragmatiker und bemüht sich nach allen Seiten. Im Dezember 2006 ehrte er Dr. Gerhard Hoch als „unermüdlichen Streiter für die Aufdeckung der Verbrechen des NS-Systems.“ Im April 2007 sagte er auf der Trauerfeier für seinen verstorbenen Vorgänger Filbinger: „…Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Er war ein Gegner des NS-Regimes. Allerdings konnte er sich den Zwängen des Regimes ebenso wenig entziehen wie Millionen andere…“ Wir staunen ob solcher Flexibilität. Hans Filbinger konnte sich tatsächlich wie Millionen andere nicht der „Faszination“, dem „Charme“ und der „Verführung“ des NS-Regimes entziehen.

 

Günter Oettinger bediente seine konservativen CDU-Freunde im Südwesten der Republik und merkte nicht einmal, dass er damit sich selber in die Reihe der Leugner, Verharmloser und Verdränger stellte. Ihm fehlte das Gespür dafür, auf welch gefährlichem Pfad er sich bewegte. Nach dem für ihn überraschenden Aufschrei in der Republik ruderte er erst erschrocken in alle Richtungen (Schlagzeile der FR vom 16.April), um sich dann nach einem Machtwort von Frau Merkel von sich selbst zu distanzieren.

 

Es ist eine gefährliche Lesart zu behaupten, Filbinger und Millionen andere seien innerlich Gegner des NS-Regimes gewesen und hätten sich nur äußerlich nicht entziehen können. Diese Art der Geschichtsfälschung ist ja nun hinlänglich von der Forschung als solche erkannt worden. Der Vorgang zeigt,  dass sie immer noch da sind, die Verdränger und Schönfärber. Wachsamkeit ist geboten.

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2. Ausbau des neuen Containers in Eigenleistung:

 

Der neue Container steht!

 

Der neue Container vor dem Anstrich

 

Nun strahlt er in „lichtgrau“, nachdem er zuvor abgeschruppt, geschmirgelt und gewaschen worden war. Außerdem wurde unter der Regie von Jürgen Fock

·         innen die Decke gestrichen, die Wände isoliert und getäfelt, Holzverkleidungen angebracht

·         Fensterrahmen und Fensterbänke aus Holz gezimmert

·         die Strom- und Wasserversorgung hergestellt

·         eine Sicherheitsanlage eingebaut

·         und ein Gastank unter der Erde mit Gasanschluss an die Heizkörper errichtet.

 

Der frisch gestrichene Container

 

Vieles ist schon geschafft, vieles muss noch geschehen, wenn am 6. Mai der Container eingeweiht und der Öffentlichkeit gezeigt wird. Das Dach werden wir bis dahin freilich noch nicht haben. Auch im Außenbereich ist noch viel zu tun.

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3. Welche Arbeiten am neuen Container stehen demnächst an?

 

An weiteren Arbeiten stehen noch an:

 

Auslegung des Fußbodens mit PVC – vom Teppichboden wurde wegen der Verschmutzungsgefahr vom Waldboden her Abstand genommen

Dachausbau: Der Ausbau eines geneigten Satteldaches mit großzügigem Überstand ist dringend geboten. Nicht nur wegen der Ästhetik – der Container ist bisher ein hässlicher Klotz in der Landschaft – sondern auch um den Schutz der Innenverkleidung vor Nässe zu gewährleisten, muss ein schützendes Dach so schnell wie möglich aufgebaut werden. Der benötigte Bauantrag ist gestellt. Fa. Alrichs hat ein günstiges Angebot vorgelegt. Eigenleistung verringert die Kosten.

Im Außenbereich: Verlegung von Gehwegplatten – Sickergrube für die Dachentwässerung – Abwassergrube

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4. Finanzlage:

 

Mit unserem kommissarischen Kassierer Piet Verschragen, der nach dem plötzlichen Tod von Reinhold Krause eingesprungen ist, haben wir ein großes Los gezogen. Jüngst legte er dem Vorstand eine Finanzübersicht in Zahlen vor, die durch Übersichtlichkeit und Genauigkeit bestach. Danach herrschte die Zuversicht darüber, dass der gewaltige Finanzaufwand zum Ausbau des neuen Containers zur Schaffung eines Versammlungs- Schulungs- und Ausstellungsraums bewältigt werden kann. Verschragen: „Reinhold Krause hat so vorbildlich vorgearbeitet und seine Unterlagen waren so wohlgeordnet, dass es für mich leicht war, darauf aufzubauen.“

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5. Truppenübungsgelände der Bundeswehr:

 

Aus gegebenem Anlass wurde während eines freundschaftlich geführten Gespräches zwischen Vertretern des Trägervereins und der Bundeswehr noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Truppenübungsgelände der Bundeswehr für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Die Warnschilder an der Grundstücksgrenze haben nach wie vor ihre Gültigkeit. Der Trägerverein, vertreten von Uta Körby, Dr. Gerhard Hoch und Uwe Czerwonka, kamen in ihrem Gespräch mit Oberst Maeker, Oberstabsfeldwebel Schlüter und Frau Jensen (Kreisverwaltung Segeberg) überein, dass zukünftig der Trägerverein jeweils einen schriftlichen Antrag stellen muss, wenn er eine Gedenkwanderung durch das Bundeswehrgelände hin zur Gräberstätte Moorkaten und zur Hinrichtungsstätte “Fred Göttner“ plant. Einer Genehmigung durch den Standortältesten steht dann nichts im Wege. In der Regel liegt ihr ein Landschaftsplan mit der darin eingezeichneten erlaubten Route bei, die während der Wanderung nicht verlassen werden darf.

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6. Mitgliederversammlung am 6. Mai:

 

Die Jahreshauptversammlung wirft ihre Schatten voraus. Ein neuer Vorstand wird zu wählen sein. Von den bisherigen Mitliedern haben folgende Personen ihre Bereitschaft erklärt, weiter im neuen Vorstand mitzuarbeiten: Uta Körby, Ingrid Schulz-Pankratz, Inga-Martina Toft, Jürgen Fock, Uwe Czerwonka und Jürgen Gill. Von weiteren Personen, die nicht im alten Vorstand Mitglied waren, liegen bisher drei Bewerbungen vor: Piet Verschragen bewirbt sich als Kassierer, Karl Stanek und Manfred Freund wollen als Beisitzer zukünftig im Vorstand mitarbeiten. Dr. Gerhard Hoch als Ehrenvorsitzender und Jörn Wommelsdorff als Webmaster stehen weiter zur Verfügung. 

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7. Einweihung und Pressekonferenz:    

 

Der neue Container soll am 6. Mai um 11.00 Uhr vor Beginn der Mitgliederversammlung eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dazu werden die Sponsoren eingeladen. Ihnen soll im Beisein der Presse gedankt und eine Sponsorenwand enthüllt werden. Selbst wenn der neue Container insgesamt bis dahin noch nicht ganz fertig sein sollte, ist der 6. Mai dafür vorgesehen. Inzwischen kann sich jedermann Gedanken darüber machen, welchen „griffigen“ Namen das neue Gebäude erhalten soll. 

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8. Jürgen Focks schulischer Helferkreis:  

 

Der schulische Helferkreis bei einer ArbeitsbesprechungAm Sonnabend, d. 24.03.07, trat der von Jürgen Fock an seiner Schule ins Leben gerufene Helferkreis zum Frühjahrsputz an der Gedenkstätte in Aktion. Mehr als 24 Personen, Eltern, Schüler und Lehrer arbeiteten im Gelände, reinigten das Dokumentenhaus und beseitigten die Spuren des Winters am Gebäude und im Gelände. Diese wichtige Pflegearbeit im Frühjahr ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass die Gedenkstätte in würdevollem Zustand den Besuchern präsentiert werden kann. Die Handschrift einer liebevollen Pflege dürfte von den Besuchern aus der Region und aus dem In- und Ausland sehr wohl anerkennend wahrgenommen werden. Wir danken den Helfern sehr herzlich.

9. „Quickborn unterm Hakenkreuz“:   

 

Unter diesem Titel veranstaltet eine Bürgerinitiative in Quickborn eine Veranstaltungsreihe mit dem Dozenten Jörg Penning in der Heinrich-Hertz-Realschule Quickborn, sechs Termine jeweils dienstags von 19.30 – 21.00 Uhr ab 8. Mai  (8.05, 15.05, 22.05, 29.05, 05.06. und 12.06.). Die Bürgerinitiative „Initiative selbstbewusstes Quickborn“ tritt als privater Veranstalter auf, weil die Volkshochschule in Quickborn dem Dozenten Jörg Penning aus unerfindlichen Gründen eine Absage erteilt hatte. „Quickborn unterm Hakenkreuz“, dazu hatte Jörg Penning eine von Fachleuten viel beachtete und hoch gelobte wissenschaftliche Studie vorgelegt. Die Bürgerinitiative ist fest davon überzeugt, dass die Studie eine breite Diskussion in Quickborn verdiene.

Anmeldungen nimmt Frau Schaefer-Maniezki unter 04106/60225 oder Sabine.Schaefer-Maniezki@web.de entgegen.

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10. Viele Besucher:  

 

Im Zuge der Ausbauarbeiten am zweiten Container haben wir mitbekommen, dass unsere Gedenkstätte auch unter der Woche stark frequentiert wird. Die Besucher erzählen uns oft, sie seien durch das große Hinweisschild an der Straße angelockt worden. Die Bundesstraße 4 ist eine stark befahrene Nordsüdverbindung in Schleswig-Holstein. Unsere Gedenkstätte liegt also sehr günstig. Viele Besucher sind schon oft vorbei gefahren und hatten sich vorgenommen, endlich mal hereinzuschauen.

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11. Öffnungszeiten:           

 

Seit Anfang April haben wir das Dokumentenhaus der Gedenkstätte an Sonn- und Feiertagen wieder für Besucher geöffnet. Von 11.00 bis 17.00 Uhr steht eine Aufsicht zur Verfügung, die gerne bereit ist, Fragen zu beantworten und auf Besonderheiten hinzuweisen.

 

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Text und Fotos: Jürgen Gill

 

 

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Trägerverein

 

 

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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.

 

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Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de

Vorsitzende: Uta Körby

 

Bankverbindung:

Konto: 250 276 20, Kreissparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)

 

Kontakt:

E-Mail zum Trägerverein (Jürgen Gill) oder zum Webmaster der Homepage (Jörn Wommelsdorff):
Bitte nutzen Sie unser
Kontaktformular auf unserer Homepage http://www.kz-kaltenkirchen.de
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Telefon (mit Anrufbeantworter) im Dokumentenhaus: 04191 / 72 34 28

 

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