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KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 34 vom 18. Oktober 2006

 

 

* Ministerpräsident Peter Harry Carstensen besucht die Gedenkstätte

* Polnische Austauschschüler legen Steine nieder  

* Besuch von Martial Tackx

* FHG - Spende eingegangen

* Frau Daschke verabschiedet

 Hauptschüler arbeiteten im Gelände

 Aufstellung der Parkplatzlampe

* Veranstaltung am Volkstrauertag

 Zweiter Container

 Kooperation der Gedenkstätten in Schleswig-Holstein

 

 

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1. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen besucht die Gedenkstätte:

Am 30. August tagte der Vorstand und der Stiftungsrat der „Bürgerstiftung schleswig-holsteinische Gedenkstätten“ auf der Gedenkstätte in Springhirsch. Vorsitzender des Stiftungsrates ist der MP Peter Harry Carstensen. Er fand lobende Worte für die engagierte ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des Trägervereins und zeigte sich beeindruckt von der Anlage der Gedenkstätte. In den Stiftungsrat ist auch Uta Körby, unsere Vorsitzende, in der Nachfolge von Gerhard Hoch berufen worden. Themen der Sitzung waren u.a. Thesen zur Gedenkstättenarbeit in Schleswig-Holstein und Überlegungen zu einer Kooperation der Gedenkstätten untereinander. Die Tagungen vor Ort sollen den Mitgliedern der Bürgerstiftung einen besseren Einblick in die Arbeit der jeweiligen Gedenkstätte ermöglichen, aber auch über aktuelle Probleme informieren.

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2. Polnische Austauschschüler legen Steine nieder:

 

Polnische Austauschschüler aus LodzAm 12. Sept. 2006 legten polnische Austauschschüler/innen 18 von ihnen beschriftete Feldsteine an der dafür vorgesehenen Stelle im Gedenkstättengelände nieder. Die 15 polnischen Schüler/innen aus Lodz, begleitet von 15 Schüler/innen der IGS Thesdorf hatten in einem Projekt die Steine mit den Namen von in Kaltenkirchen verstorbenen KZ-Häftlingen beschriftet. Damit  wurde die Sammlung der 214 Steine komplettiert, die den Verstorbenen Würde und Identität wiedergeben, die ihnen damals genommen worden waren. Die Schülergruppe war von zwei polnischen und von zwei deutschen Lehrkräften begleitet. Beim Niederlegen der Steine stellte sich heraus, dass eine der polnischen Lehrerinnen den Nachnamen ihres Großvaters auf einem Stein entdeckte. Der Name „Rosiak“ kommt in Polen sehr selten vor. Der Großvater sei von den Deutschen nach Frankreich verschleppt worden, so erzählte die Lehrerin, und seitdem habe die Familie nichts mehr von ihm gehört. Vorname und Geburtsdatum fehlen auf den Sterbelisten. Sie konnten bis jetzt auch noch nicht recherchiert werden. Wir bemühen uns weiter.

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3. Besuch von Martial Tackx:

 

Martial Tackx im Gespräch mit Dr. Gerhard HochAnfang September besuchte uns überraschend der Sohn von Richard Tackx, Martial Tackx, in Kaltenkirchen. Einen ganzen Tag verfolgte er die Spuren seines Vaters, der als KZ-Häftling im Außenkommando Kaltenkirchen eine herausragende Bedeutung hatte. Richard Tackx, der Vater, leitete damals das Beerdigungskommando, sorgte für eine spätere Identifizierung vieler in Kaltenkirchen verstorbenen Franzosen und konnte sich am Ende durch Flucht retten. Die Flucht zusammen mit zwei weiteren Kameraden gelang ihm durch die Hilfe weniger Deutscher in Springhirsch. Der Sohn Martial Tackx, der heute in Marokko lebt, hatte seine Halbschwester Colette in der Nähe von Paris besucht und war von dort mit dem Auto nach Deutschland gekommen. Colette, geb. Tackx, war im Frühjahr 2006 ebenfalls in Kaltenkirchen auf den Spuren ihres Vaters gewandelt. Martial Tackx, der sich allein auf Französisch verständigen konnte, war beeindruckt und sehr dankbar über die Informationsfülle in der Gedenkstätte und über die außerordentliche Hilfsbereitschaft der Vertreter des Trägervereins, die ihn den Tag über betreut haben. Zu ihm, wie schon zu seiner Halbschwester Colette, werden zukünftig Kommunikationsdrähte geknüpft bleiben. Inzwischen hat er während seines Besuches in Kaltenkirchen gemachte Fotos zugesandt bekommen. 

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4. FHG - Spende eingegangen:

Die Flughafengesellschaft, Grundeigentümerin des Gedenkstättengeländes, hat dem Trägerverein 2 500 Euro für den zweiten Container gespendet. Wir bedanken uns recht herzlich dafür und erkennen an dieser Geste das sehr gute Verhältnis, das zwischen dem Trägerverein und der Flughafengesellschaft schon seit langem besteht. Wir denken, dass auch in Zukunft die so positiven Beziehungen zum Nutzen beider Seiten bestehen bleiben.

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5. Frau Daschke verabschiedet:

Leider mussten wir Ende September Frau Daschke, unsere wertvolle Bürokraft, schon verabschieden. Sie absolviert im Oktober ein Praktikum in einem kleinen Handwerksbetrieb. Sie hofft, dort eine feste Anstellung zu bekommen. Sollte ihr das nicht gelingen, sehen wir sie im November für vier Wochen wieder. Wir würden uns freuen, weil sie nicht nur kompetent Besucher in der Gedenkstätte zu führen gelernt, sondern auch unseren Bürokram in Ordnung gebracht hatte. Trotzdem wünschen wir ihr viel Erfolg bei der angestrebten Festanstellung. Wir haben sie mit einem Blumenstrauß, der unseren Dank ausdrücken sollte, verabschiedet.

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6. Hauptschüler arbeiteten im Gelände:

 

Hauptschüler aus Barmstedt, bevor sie im Gelände arbeiten 
Hauptschüler der Geschwister-Scholl-Schule aus Barmstedt arbeiteten sehr fleißig im Gelände der Gedenkstätten. Sie legten einen Fußweg an, der parallel zur B4 von einem an der Straße vorhandenen Parkplatz zum gedenkstätteneigenen Parkplatz führt. Damit ist ein sicherer Fußgängerzugang für Besucher gewährleistet, die bei einem hohen Besucherandrang außerhalb ihr Fahrzeug abgestellt haben. Außerdem haben die Schüler/innen Äste und Holzreste beseitigt und die hölzernen Barackeneingrenzungen gesäubert. Demnächst ist eine weitere Hauptschulklasse angemeldet, die die Arbeiten fortsetzen wird. Dass die Schüler/innen, die von 9.00 Uhr bis ca. 14.30 Uhr anwesend waren, neben ihren Arbeiten auch Gelegenheit hatten, sich von Dr. Hoch sachkundig informieren zu lassen, war selbstverständlich.

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7. Aufstellung der Parkplatzlampe:

In diesen Tagen wollte die zuständige Landesbehörde an ihrer Messstelle auf dem Gedenkstättengelände den Wasserstand und die Wasserqualität messen und die zweite Messstelle dort verschließen. Dazu müsste sie mit großem Gerät heranrücken. Bevor das nicht geschehen ist, kann Jürgen Fock die aus Bad Bramstedt gespendete Parkplatzlampe nicht aufstellen, die schon auf dem Parkplatz bereit liegt. Eine Ausleuchtung des Parkplatzes wäre ab jetzt zu Beginn der dunklen Jahreszeit außerordentlich wünschenswert und dringlich.

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8. Veranstaltung am Volkstrauertag:    

Am 19.11.06, dem Volkstrauertag, will der Trägerverein wie im Vorjahr eine Wanderung von der Gedenkstätte in Springhirsch zur Gräberstätte Moorkaten und dann zur Hinrichtungsstätte „Fred Göttner“ der Öffentlichkeit anbieten. Dr. Gerhard Hoch wird die sachkundige Führung übernehmen. Diesmal werden die Gedenkwanderer ein Kreuz zur Hinrichtungsstätte tragen und dort aufstellen. Ursprünglich war auch geplant,  die Wanderung auf das Gelände eines ehemaligen  Wehrmachtslagers in der Nähe auszuweiten. Recherchen ergaben aber, dass von dieser Anlage kaum noch Spuren zu finden sind, so dass auf diese Erweiterung der Wanderung verzichtet wird. Auf Wunsch werden Teilnehmer anschließend mit dem Auto zur KZ-Gedenkstätte zurückgefahren.

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9. Zweiter Container:   

Das Projekt „zweiter Container“ kommt in die entscheidende Phase. Vorstandsmitglieder haben in der letzten Zeit mit Unterstützung des Architekten Jens-Olaf Nuckel verschiedene Angebote geprüft. Inzwischen spitzte sich die Entscheidungsfindung auf ein attraktives Angebot aus Hamburg-Wilhelmsburg zu. Die dem Trägerverein zur Verfügung stehenden Mittel reichen schon jetzt aus, um das Angebot auch in einer deutlich erweiterten Variante annehmen zu können. Damit wäre schon in diesem Herbst ein Anfang gemacht, den Container in gewünschter Größe und hinreichender Qualität aufzustellen. Er könnte im nächsten Jahr in Eigenleistung verbessert, ausgebaut und komplettiert werden, ohne die finanziellen Möglichkeiten des Trägervereins überzustrapazieren. Der Vorstand fällte zu dem Angebot in seiner Oktobersitzung einstimmig eine grundsätzlich positive Entscheidung und hofft, dass die noch ausstehende Baugenehmigung rasch erteilt wird. Dann kann es losgehen.

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10. Kooperation der Gedenkstätten in Schleswig-Holstein:   

Auf der 5. Landesgedenkstättentagung Anfang Oktober in Kiel wurde verabredet, dass die bestehenden Gedenkstätten einen regelmäßigen Austausch untereinander pflegen wollen. Ziel ist es, sich gegenseitig sowohl bei pädagogischen Fragen – Gedenkstätten als Lernort – oder bei praktischen Problemen – z.B. fundraising - zu beraten und zu unterstützen. Die Gedenkstätte Kaltenkirchen war durch ihre Vorsitzende, Uta Körby, vertreten. Auch weitere Gedenkstätteninitiativen können sich an dieser Kooperation beteiligen.

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Text und Fotos: Jürgen Gill

 

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Trägerverein

 

 

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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.

 

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Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de

Vorsitzende: Uta Körby

 

Bankverbindung:

Konto: 250 276 20, Kreissparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)

 

Kontakt:

E-Mail zum Trägerverein (Jürgen Gill) oder zum Webmaster der Homepage (Jörn Wommelsdorff):
Bitte nutzen Sie unser
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