Newsletter
KZ-Gedenkstätte
Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 31 vom 31. Mai 2006
Prof. Dr. Uwe Danker in Kaltenkirchen
Maren
Grimm und Oliver Gemballa
Besuchergruppen
allein in der Woche vom 29. Mai bis 3. Juni 2006
Gespräch
mit dem Bürgermeister Stefan Sünwoldt
Mme.
Celos nee´ Canard Bernadett
Eine Online-Version dieses Newsletters finden Sie hier.
1. Prof. Dr. Uwe Danker in Kaltenkirchen:
Am Donnerstag, den 8. Juni 2006, referiert Prof. Dr. Danker ab 19.00 Uhr im Kaltenkirchener Bürgerhaus, Friedensstraße 9, zu dem Thema: „Thesen zur Gedenkstättenarbeit in Schleswig-Holstein“. Die Veranstaltung, zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, findet im gemütlichen Kaminzimmer des Bürgerhauses statt. Prof. Danker ist unserer Gedenkstätte als Direktor des Instituts für Zeit- und Regionalgeschichte sowie des Instituts für Geschichte und ihre Didaktik der Universität Flensburg besonders verbunden. In seinem Vortrag wird er sich hauptsächlich mit folgenden Fragen beschäftigen: „Vor welchem Wandel stehen die KZ-Gedenkstätten 60 Jahre nach Kriegsende?“ – „Was bedeutet der Verlust von Zeitzeugen für die pädagogische Arbeit?“ Damit dürfte er genau die Anregungen geben, die der Arbeitskreis des Trägervereins für die Entwicklung seines pädagogischen Konzeptes braucht.
2. Maren Grimm und Oliver Gemballa:
Auf unserer Jahreshauptversammlung
haben sich beide erinnert, wie sie vor zehn Jahren einfach angefangen haben,
vor Ort zu graben. Nicht warten, bis die Behörden aktiv werden, sondern selber
anpacken und handeln, das war ihre Devise gewesen. Damit war der Startschuss
für die Entwicklung der Gedenkstätte gegeben. Maren Grimm und Oliver Gemballa
wollen in einer besonderen Veranstaltung – wahrscheinlich im September – ihr
Film- und Fotomaterial über die Anfänge der Gedenkstätte der Öffentlichkeit
vorstellen.
3. Peter Gudelius:
Auf der Jahreshauptversammlung meldete sich Peter Gudelius aus Quickborn zu Wort. Er sprach die Tatsache an, dass die Nordbaracke des KZ-Außenkommandos Kaltenkirchen bis 1973 an der B4 noch stand und eine Kneipe enthielt. Alles war danach abgerissen worden und heute gibt es nur noch die Fundamentreste der Latrinengrube des ehemaligen Lagers als wichtigstes Erinnerungsstück der Gedenkstätte. Stünde die Nordbaracke noch, gäbe es kein Problem des nicht vorhandenen Versammlungs- und Schulungsraum, meinte er. „In Quickborn dagegen existiert noch ein Rotsteinbau aus den dreißiger Jahren, in dem bis zum Mai 1945 51 jüdische Kriegsgefangene untergebracht waren. Ein Haus des Gedenkens, eigentlich. Aber als Lehrer dort mit Schülergruppen anschaulichen Geschichtsunterricht abhalten wollten, gerieten sie derart unter Druck, dass sie darauf verzichteten.“
Seit Montag, d. 29.05.06, arbeitet Frau Daschke als Aufsichts- und Bürokraft im Dokumentenhaus. Deshalb können wir bis auf weiteres auch wochentags von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 17.00 Uhr das Dokumentenhaus für Besucher öffnen. Nun hoffen wir auf besseres Wetter und viele Besucher.
5. Besuchergruppen allein in der Woche vom 29.05. bis 3.06.2006:
Þ 100 Soldaten der Marineoffiziersschule aus Plön sind für den 30.05. angemeldet.
Þ Pfadfinder, Mädchensippe der ev. luth. Kirchengemeinde Kaltenkirchen, Herr Ulf Fiebrandt und Birgit Jesse, werden am Do. 1.06.06 Pflegearbeit an der Gedenkstätte durchführen.
Þ Eine Radfahrergruppe aus Kellighusen, Herr Heidemann, hat sich für den Sa. 3.06.06 zu einer Führung angemeldet.
Jugendliche beider Konfessionen aus Kaltenkirchen und Bad Bramstedt pflanzten im Anschluss eines Kreuzganges zur Gedenkstätte einen Korbinian-Apfelbaum in der Nähe des Dokumentenhauses.
7. Gespräch mit dem Bürgermeister Stefan Sünwoldt:
Am 15. Juni 2006 wird das nächste Gespräch zwischen Vorstandsmitgliedern des Trägervereins und dem Kaltenkirchener Bürgermeister stattfinden. Mit dem Bürgermeister war vereinbart worden, zwei- bis dreimal im Jahr ein Gespräch über aktuell anliegende Fragen zu sprechen. Diesmal wird u. a. über das zukünftige Schicksal des Truppenübungsplatzes, der Kaltenkirchener Heide, und über die sich dann eröffnende Möglichkeit, eine Informationstafel zur Erinnerung an die Verstorbenen des „Sterbelagers“ aufzustellen, zu sprechen sein.
8. Mme. Celos nee´ Canard Bernadett:
Am vergangenen Sonntag, den 28.
Mai 2006, besuchte uns die Tochter des am 9.03.1945 in Kaltenkirchen
verstorbenen KZ-Häftlings Henri Canard, Mme. Celos. Sie wurde von drei franz.
Freunden begleitet. Die Vorsitzende des Trägervereins Uta Körby, die sich mit
den französichen Besuchern auf Französisch verständigen konnte, führte die
Gäste über die Gedenkstätte und ins Dokumentenhaus. Mme. Celos zeigte sich sehr
bewegt und sehr dankbar, dass die Erinnerung an ihren Vater auf diese Weise
wach gehalten wird. Sie entdeckte den Namen ihres Vaters auf einem Gedenkstein
im Gelände der Gedenkstätte. Henri Canard war im Juni 1944 festgenommen und
nach Deutschland verschleppt worden. Er starb am 9. März 1945 im
Kaltenkirchener Lager. Der polnische Lagerschreiber Jaskiewicz hatte vermerkt:
„Todesursache: Sepsis“.
Text und Fotos: Jürgen Gill
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Trägerverein
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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.
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Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de
Vorsitzende: Uta Körby
Bankverbindung:
Konto: 250 276 20, Kreissparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)
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E-Mail zum Trägerverein
(Jürgen Gill) oder zum Webmaster der Homepage (Jörn Wommelsdorff):
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