Newsletter
KZ-Gedenkstätte
Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 28 vom 22. Februar 2006
Gedenkveranstaltung
am 29.01.06 war ein voller Erfolg
Sicherstellung
des zweiten Containers
Finanzierung
des zweiten Containers
Arbeitskreis
"Paradigmenwandel in der Erinnerungskultur"
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Am Weg zur
Gräberstätte Moorkaten, der durch einen Wald des Truppenübungsgeländes führt,
hat die Bundeswehr ein Hinweisschild aufgestellt, das die alte irreführende
Bezeichnung „Kriegsgräberstätte“ nennt. Nach einer Intervention des
Trägervereins erlaubte die Bundeswehr, das Schild auszutauschen. Sie wollte nur
von den Kosten befreit sein. Die für die Gräberstätte zuständige Stadt
Kaltenkirchen wird den Schildertausch vornehmen. Wie schon auf den
Hinweisschildern an der Straße und vor der Gräberstätte wird dann die korrekte
Bezeichnung auch auf dem Bundeswehrschild so lauten: „Gräberstätte für
Kriegsgefangene und KZ-Opfer“.
2. Dokument der Verschleierung:
Am Parkplatz vor der Zuwegung zur Gräberstätte befindet sich auf einer steinernen Tafel von 1978 die alte Bezeichnung „Kriegsgräberstätte“. Unter diesem Namen hatte die Stätte fast vierzig Jahre nach dem Krieg firmiert. Kaum jemand wusste noch etwas von der wahren Bedeutung der Gräberstätte und den hier Begrabenen, eine Geschichte des Vergessens und Verschleierns im Nachkriegsdeutschland!
Die alte Tafel soll als Dokument der Irreführung und des Vergessens erhalten bleiben.

Die Tafel von 1978
auf dem Parkplatz zur Gräberstätte
mit der alten irreführenden Bezeichnung.
Der Trägerverein hat der Stadt vorgeschlagen, neben die Tafel einen Hinweis folgenden Inhalts anzubringen:
„Die Tafel von 1978 mit der irreführenden Bezeichnung
„Kriegsgräberstätte“
soll erhalten bleiben als Erinnerung an eine Nachkriegsgesellschaft,
die vergessen wollte, und uns heute mahnen,
niemals wieder die Opfer aus den Augen zu verlieren.“
3. Gedenkveranstaltung am 29.01.06 war ein voller Erfolg:
34 Besucher drängten sich im Dokumentenhaus. Der Kaltenkirchener Bürgermeister Stefan Sünwoldt und der Kreispräsident des Kreises Segeberg, Winfried Zylka, sprachen einfühlsame Worte. Der Ehrenvorsitzende des Trägervereins Dr. Hoch referierte zum Thema: „Wie konnten aus ganz normalen Menschen Täter werden?“. Er zeigte auf, wie die Grundlagen und Voraussetzungen für die spätere Massenvernichtung in Auschwitz auch hier bei uns in der Region geschaffen wurden. Dr. Hochs Vortrag lässt sich mit dem Satz zusammenfassen: „Auschwitz war gar nicht weit weg“.
4. Sicherstellung des zweiten Containers:
Der Vorstand des Trägervereins ist sich darüber einig, dass der zweite Container zur Schaffung eines Schulungs- und Versammlungsraums in diesem Jahr als dringliches Vorhaben verwirklicht werden muss. Da Teile des Gebietes des Truppenübungsplatzes und der Flughafengesellschaft in der Nachbarschaft der Gedenkstätte vom Land Schleswig-Holstein als FFH-Fläche (Flora-Fauna-Habitat) nach Brüssel gemeldet wird, gilt es sicherzustellen, dass das für den zweiten Container vorgesehene Grundstück am Nordrand der Gedenkstätte trotzdem entsprechend genutzt werden kann. Hierzu hat die Vorsitzende Uta Körby Kontakt zum Ministerpräsidenten aufgenommen.
5. Finanzierung des zweiten Containers:
Der Vorstand des Trägervereins ruft alle Mitglieder und Freunde auf, Ideen zu entwickeln, wie Sponsoren zur Finanzierung des Schulungs- und Versammlungsraumes gewonnen und motiviert werden könnten. Der Entwurf eines Aufrufes an potentielle Spender ist in Vorbereitung. Über weitere Vorschläge und über pfiffige Ideen für eine mögliche Spendenaktion würden wir uns sehr freuen.
6. Arbeitskreis "Paradigmenwandel in der Erinnerungskultur"
Der Arbeitskreis "Paradigmenwandel in der Erinnerungskultur" tagte zum zweiten Mal. Ging es in der ersten Sitzung um den veränderten Diskurs in der Erinnerungskultur im allgemeinen, so beschäftigten sich die Teilnehmer - Pädagogen aus verschiedenen Schularten - diesmal mit der Frage nach den Auswirkungen des Paradigmenwechsels auf die pädagogische Arbeit im besonderen. Geleitet wurden die Überlegungen von den Fragestellungen nach den Zielen und den Methoden in der pädagogischen Arbeit, hauptsächlich in der Schule. Es mündete in eine (selbst-)kritischen Analyse der Ergebnisse, die wir (vermutlich) bei den Schülern erreichen. In der folgenden Sitzung wird es dann um Schlussfolgerungen gehen, die wir für unsere Arbeit auf der Gedenkstätte aus diesen Vorüberlegungen ziehen. Konkret geht es um die Fragen: Was müssen wir ändern? Wo können wir ansetzen? Welches ist der didaktische Schwerpunkt auf unserer Gedenkstätte? Vorbereitet werden die Sitzungen von Uta Körby. Anregungen und Fragen zu der Arbeit in diesem Arbeitskreis werden gerne entgegengenommen. Bitte nutzen Sie hierzu das Kontaktformular auf unserer Webseite im Internet.
Text und Fotos: Jürgen Gill
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Trägerverein
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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.
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Vorsitzende: Uta Körby
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