Newsletter
KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 26 vom 16. Dezember 2005

 

 

* Keine Aufsicht im Winter

* Gespräch mit Bürgermeister Sünwoldt

* Gedenkwanderung am Volkstrauertag

* Soldaten an der KZ-Gedenkstätte

* „Zwölf wiedergefundene Jahre“

 Arbeitskreis

 

 

Eine Online-Version dieses Newsletters finden Sie hier.

 

 

 

1. Keine Aufsicht im Winter:

Die Bemühungen um eine Aufsicht im Dokumentenhaus während des Winterhalbjahres haben keinen Erfolg gehabt. Trotz intensiven Bemühens auf Seiten der VHS-Kaltenkirchen konnte niemand gefunden werden, der unter der Woche von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte den einsamen Job erfüllen wollte. Somit wird das Dokumentenhaus im Winter geschlossen sein. Das Außengelände der Gedenkstätte bleibt natürlich für Besucher zugänglich. Die den Rundgang begleitenden Blätter stehen den Besuchern im Infokasten zu Verfügung.

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2. Gespräch mit Bürgermeister Sünwoldt:

Mitte November trafen sich Uta Körby und Jürgen Gill vom Trägerverein mit dem Kaltenkirchener Bürgermeister im Rathaus. Man sprach über die Zukunft des Truppenübungsplatzes, der bis zum Jahr 2008 von der Bundeswehr aufgegeben wird. Die Stadt Kaltenkirchen wird sich rechtzeitig ihres Planungsrechts bewusst sein, denn Zweidrittel des Platzes gehört zum Stadtgebiet. Nur das nördliche Drittel des Geländes ist Gemeindegebiet von Nützen. Die Vertreter des Trägervereins gehen davon aus, dass im westlichen Teil an der B4 eine Stelle für die Einrichtung einer Gedenktafel mit der nötigen Zuwegung zur Verfügung stehen wird. Des weiteren vereinbarte man mit dem Bürgermeister, dass der Trägerverein die Stadt über alle zukünftigen Termine und Vorhaben informieren wird. Bürgermeister Sünwoldt wünschte eine enge Zusammenarbeit zum Nutzen beider Seiten.

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3. Gedenkwanderung am Volkstrauertag:

Dreißig Personen nahmen an der Gedenkwanderung durch das Übungsgelände der Bundeswehr teil. Man bewegte sich von der Gedenkstätte in Springhirsch durch herbstliches Waldgelände zur Gräberstätte und benutzte einen Weg, den das Beerdigungskommando unter Leitung des KZ-Häftlings Richard Tackx damals vermutlich auch genommen haben dürfte. Die Teilnehmer waren überrascht von der Weite des Übungsplatzes, die sich vor ihren Augen auftat, als sie am Waldrand entlang gingen. Nach dem Aufstellen von Windlichtern an der Gräberstätte ging man hinüber zur Hinrichtungsstätte von Fred Göttner. Dr. Gerhard Hoch erzählte die Geschichte der Hinrichtung des jungen Soldaten, der 1941 wegen einer Schreibmaschine zum Tode verurteilt und an dieser Stelle von seinen Kameraden erschossen worden war. Zukünftige Gedenkwanderungen sollten, da war man sich einig, die Hinrichtungsstätte immer mit einbeziehen.

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4. Soldaten an der KZ-Gedenkstätte:

Die Gesichter geschwärzt, in tarnfarbenen Anzügen, mit dem Gewehr auf dem Rücken standen sie diszipliniert in Reih und Glied vor dem Eingang der Gedenkstätte, über 120 Rekruten und Zeitsoldaten der 7. Inspektion der Marineunteroffizierschule Plön. Anschließend ließen sie sich in drei Gruppen durch das Gelände der Gedenkstätte führen. Die Soldaten, unter denen auch einige Soldatinnen waren, zeigten sich sehr interessiert. Besonders Fragen nach der Haltung der Wachsoldaten im damaligen Lager wurden gestellt. Wer hart handelte gegenüber den Häftlingen galt als guter Soldat, der seine Pflichten gewissenhaft erfüllte. Wer Mitleid zeigte, wurde von Vorgesetzten und Kameraden als „Weichling“ verachtet. Kein Wunder, dass nach dem Kriege geschwiegen wurde und die meisten in Familie und Gesellschaft ohne schlechtes Gewissen ein ehrbares Leben führten.   Wie es mitten in Deutschland ungehindert geschehen konnte, so auch hier bei uns, dass Menschen zu Tode geschunden wurden, verwunderte die jungen Soldaten sehr. Der Kapitänleutnant und Inspektionschef Holger Kempter, der die Marine-Rekruten hergeführt hatte, versprach den Vertretern des Trägervereins die nun angeknüpften Kontakte weiter zu pflegen und zu intensivieren.

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5. „Zwölf wiedergefundene Jahre“:

Das häufig nachgefragte Werk von Dr. Gerhard Hoch: „Zwölf wiedergefundene Jahre – Kaltenkirchen unter dem Hakenkreuz“ kommt in den nächsten Tagen unverändert in der 1980 erschienen ersten Auflage erneut auf den Markt. Der Trägerverein dankt der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten für die Übernahme der Herstellungskosten dieser Neuausgabe. Es handelt sich um ein 344 Seiten starkes Werk, das die nationalsozialistische Geschichte der Region in und um Kaltenkirchen in Dokumenten und Zeitzeugenberichten ohne Tabus und unter Nennung von Namen aufgearbeitet hat. Der Text, versehen mit vielen Fotos und Originaldokumenten, hatte seinerzeit in der gesamten Bundesrepublik großes Aufsehen erregt und gilt heute als das Standartwerk der Erforschung regionaler Zeitgeschichte. Wir freuen uns, demnächst das Werk, das Furore gemacht hat und das vergriffen war, wieder vorlegen zu können.

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6. Arbeitskreis:

Der Arbeitskreis „Paradigmenwandel in der Erinnerungskultur, Zukunft der Erinnerung“ hat seine Arbeit aufgenommen. Das Erinnern und die Erforschung der Geschichte sind selber beeinflusst von dem gesellschaftlichen Wandel im Laufe der Zeit. Drum erscheint es dem Trägerverein wichtig zu sein, sich bewusst zu machen, welchen Blickwinkeln seine Geschichtsbetrachtung  unterliegt. Die pädagogische Intension des Vereins mit dem besonderen Blick darauf, wie die Jugend erreicht werden kann, erfordert ein andauerndes Hinterfragen der eigenen Standorte. In der nächsten Sitzung soll u.a. eine Strategie entwickelt werden, wie die Schulen noch aktiver in die Arbeit der Gedenkstätte einbezogen werden können.

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Text: Jürgen Gill

 

 

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Trägerverein

 

 

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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.

 

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Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de

Vorsitzende: Uta Körby

 

Bankverbindung:

Konto: 250 276 20, Kreissparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)

 

Kontakt:

E-Mail zum Trägerverein (Jürgen Gill) oder zum Webmaster der Homepage (Jörn Wommelsdorff):
Bitte nutzen Sie unser
Kontaktformular auf unserer Homepage http://www.kz-kaltenkirchen.de
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Telefon (mit Anrufbeantworter) im Dokumentenhaus: 04191 / 72 34 28

 

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