Newsletter
KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 18 vom 15. Februar 2005

 

 

* Soldaten zu Besuch

* Hoher Besucherandrang auf der Gedenkstätte

* Aufsicht im Dokumentenhaus

* Finanzierung des zweiten Gebäudes

* Herzlichen Dank!

 Gespräch mit dem Bürgermeister Ingo Zobel

 

 

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1. Soldaten zu Besuch

Es ist schon Tradition, dass uns Soldaten der Luftwaffenschule Appen an der Gedenkstätte besuchen. Hauptfeldwebel Mark Lohrer führte die 25 jungen Soldaten an. Dr. Gerhard Hoch sprach nach der Führung im Dokumentenhaus über den ehemaligen Lagerführer, der sich innerlich unwillig, aber gehorsam von seinem Vorgesetzten zur SS abordnen ließ. Auch ließ er die Dinge im KZ-Außenlager Kaltenkirchen im üblichen Sinne laufen, was Hunderten KZ-Häftlingen das Leben kostete, obwohl er innerlich damit nicht einverstanden war. Die Anpassung an die unmenschlichen Verhältnisse und das Bestreben, unauffällig und ohne Schaden die Vorgänge zu überstehen, hatten ihn zum Helfer eines mörderischen Systems werden lassen. Darüber diskutierte Dr. Hoch mit den Soldaten. Der Konflikt zwischen Gehorsam und Gewissen, so stellte man fest, gibt es auch heute noch. Wer fällt gerne als Querulant auf? Wie viele verbiegen sich um Anerkennung zu finden? Wer widersteht einem im Moment gültigen „Mainstream“, weil sein Gewissen es ihm gebietet? Niemand könne heute die Hand dafür ins Feuer legen, mutig seinem Gewissen gefolgt zu sein, hätte er damals gelebt. Wir können heute aus der Geschichte  lernen. Wir erfahren aus ihr, dass wir durchaus auf den „Mainstream“ Einfluss nehmen können. Dazu gehören Mut, Engagement und Risikobereitschaft.

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2. Hoher Besucherandrang auf der Gedenkstätte

Ende Januar hatte der Trägerverein die Öffentlichkeit zu einer Führung über die Gedenkstätte eingeladen. Es kamen fast 60 Besucher, meist Familien mit Jugendlichen. Nicht alle, die den Film „Vergessene Lager“ im Dokumentenhaus sehen wollten, fanden dort Platz. Die engen Verhältnisse führten uns eindringlich vor Augen, dass wir in einem zweiten Gebäude einen Schulungsraum brauchen, der Schulklassen und größere Besuchergruppen aufnehmen kann. Im Moment laufen die Finanzierungsbemühungen auf Hochtouren. Der Vorstand versinkt in der Papierflut der Anträge an die Europäische Kommission.

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3. Aufsicht im Dokumentenhaus

Nachdem es uns gelungen ist, wochentags von 8.00 bis 15.00 Uhr das Dokumentenhaus zu öffnen, stellt sich nun die Frage, wie wir ab Anfang April an den Wochenenden Aufsichten für das Dokumentenhaus finden. Es gilt auch die Sonnabenden zu besetzen. Wir appellieren an unsere Mitglieder und Helfer, sich für diese interessante Aufgabe zur Verfügung zu stellen. Wir wollen uns bemühen, über die VHS- Kaltenkirchen zu erreichen, dass eine mögliche Nachfolgerin von Frau Riebe,  bereit ist, ihren Aufsichtsdienst von Dienstag bis Sonnabend zu verrichten. Frau Riebe verlässt uns Anfang April.

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4. Finanzierung des zweiten Gebäudes

Mit der Finanzierung des geplanten Schulungsraumes zeichnet sich nun ab, dass in diesem Jahr die Finanzlage des Trägervereins sehr eng wird. Äußerste Sparsamkeit ist angesagt. Die in diesem Jubiläumsjahr geplanten Veranstaltungen müssen daraufhin überprüft werden, welche Kosten eingespart werden können, ohne sie zu gefährden. Wir werden mehr denn je auf Spenden angewiesen sein.

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5. Herzlichen Dank!

 

Frau Riebe an ihrem Arbeitsplatz, von dem aus sie durch das Fenster den Eingang und den Parkplatz bis zur B4 überblicken kann.Harald Bergstädt aus Norderstedt hat uns aus seinen Beständen ein älteres Modell eines Laptops mit Drucker zur Verfügung gestellt. Seitdem tut es gute Dienste im Dokumentenhaus. Frau Riebe arbeitet mit dem Gerät. Die Antragsunterlagen nach Brüssel werden geschrieben, eine Besucherstatistik erstellt, Briefe und Texte getippt und ausgedruckt. Ihre Aufsichtstätigkeit im Dokumentenhaus wird inzwischen durch eine gewisse Bürotätigkeit erweitert, was ihr durchaus angenehm ist. (Foto: Frau Riebe an ihrem Arbeitsplatz, von dem aus sie durch das Fenster den Eingang und den Parkplatz bis zur B4 überblicken kann.)

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6. Gespräch mit dem Bürgermeister Ingo Zobel

Dr. Gerhard Hoch und Jürgen Gill hatten jüngst ein Gespräch mit dem Kaltenkirchener Bürgermeister Ingo Zobel. Die Gespräche mit dem Bürgermeister fanden schon im letzten Jahr in fast regelmäßigen Abständen statt und haben inzwischen fast Tradition. Jedes Mal gab uns der Verwaltungschef wertvolle Ratschläge und bot uns seine Unterstützung an. So auch diesmal! Das Problem der Wochenendaufsichten im Dokumentenhaus könnte durch Einbindung des jüngst gewählten Seniorenbeirates einer Lösung näher gebracht werden. Auch der wegen des Containerprojektes zu erwartende finanzielle Engpass des Trägervereins in diesem Jahr ist durch einen interessanten Vorschlag des Bürgermeisters abzumildern.

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Text und Foto: Jürgen Gill

 

 

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Trägerverein

 

 

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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.

 

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Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de

Vorsitzender: Dr. hc. Gerhard Hoch

 

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