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KZ-Gedenkstätte
Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 12 vom 14. Juli 2004
Die Arbeit der beiden ABM-Kräfte
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1. Die Arbeit der beiden ABM-Kräfte:

Herr
Ahlrichs, gelernter Zimmermann, der für die Arbeiten im Gedenkstättengelände
zuständig ist, beweist handwerkliches Geschick in breitem Umfang. Er legt Wege
an, erneuert die Barackeneingrenzung und ist landschaftsgärtnerisch tätig.
Dabei arbeitet er selbständig, entdeckt eigenständig, an welchen Stellen Hand
angelegt werden muss, macht Vorschläge, in welche Richtung die Verbesserungen
erfolgen sollten und leitet mit Geschick seinen Helfer an, die zweite
ABM-Kraft, die im Dokumentenhaus nicht ausgelastet ist. Die segensreichen
Spuren seiner Tätigkeit sind schon jetzt deutlich zu erkennen.
Bis Ende Oktober werden beide ABM-Kräfte uns noch zur Verfügung stehen. Auch für Herrn Bauscher, der eigentlich für die Schreibarbeiten im Dokumentenhaus und dessen Öffnung für Besucher an den Werktagen zuständig war, wird dann das Vertragsverhältnis enden. Wir hoffen, dass bis dahin alle dringend notwendigen Außenarbeiten abgeschlossen sein werden und sich das Gedenkstättengelände dann in einem Zustand präsentiert, wie wir es uns als „endgültig fertig gestaltet“ vorstellen. Damit sollte der Ausbau der Gedenkstätte vollendet und nunmehr nur noch Anstrengungen zu ihrer Erhaltung notwendig sein.
Insbesondere steht die Erneuerung des Innenzaunes um die Fundamentruinen der ehemaligen Wasch- und Latrinenbaracke an. Alle Zeichen sehen gut aus, dass wir zusammen mit Herrn Ahlrichs und seinem Helfer, Herrn Bauscher, einen haltbaren und attraktiven Innenzaun bekommen werden, ein Projekt, das uns schon lange auf den Nägeln brennt. Drückt uns alle die Daumen, dass wir es wirklich so hinbekommen, wie wir uns das vorstellen!
2. Verfahren eingestellt:
Die Staatsanwaltschaft Kiel hat das Verfahren gegen Unbekannt ergebnislos eingestellt. Im Winter und zeitigen Frühjahr hatten unbekannte Täter, vermutlich aus rechtsradikalem Umfeld, verschiedene Verwüstungen und Zerstörungen angerichtet. In der Folge wurden unsere Gedenkeinrichtungen fast rund um die Uhr von der Polizei überwacht. Seitdem haben sich keine Vorfälle mehr ereignet. Täter und Verdächtige sind nicht festgestellt worden. Auch wenn jetzt das Verfahren offiziell eingestellt worden ist, dürfen wir in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen
Das Amt Kaltenkirchen-Land, das für unser Gedenkstättengelände kommunaltechnisch zuständig ist, hatte uns die Kosten für die Müllentsorgung an der Gedenkstätte in Rechnung gestellt. Wir hätten es gut gefunden, wenn das Amt diese Kosten übernommen, uns also somit gesponsert hätte. Aber dazu war es trotz unserer Bitte nicht bereit. Also zahlten wir. Unser entsprechender Antrag wurde an die Gemeinde Nützen weitergereicht. Der Kaltenkirchener Bürgermeister Zobel versprach uns in einem Gespräch, sich beim Amt Kaltenkirchen-Land für uns zu verwenden. Auch den Landrat in Bad Segeberg haben wir informiert.
Der vom Lehrer Walter Vietzen mit Schülern gedrehte Videofilm über das ehemalige KZ-Außenkommando Kaltenkirchen und über unsere Gedenkstätte ist fertig. Wenn Herr Vietzen an dem Termin kann, haben wir ihm vorgeschlagen, dass er den Film am Montag, dem 2.August, um 19.00 Uhr im Dokumentenhaus dem Vorstand des Trägervereins vorstellt. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Nunmehr werden die Informationsvormittage in unserem Dokumentenhaus für Schüler unserer Patenschulen um ein wirksames Anschauungsmittel bereichert sein.
5. Namensteine:
Die restlichen
noch nicht beschrifteten Feldsteine wird Frau Fülscher demnächst mit den Namen
und Lebensdaten der Verstorbenen des KZ-Außenkommandos in wetterfester Schrift
versehen. Mehrere Besuchergruppen hatten in letzter Zeit die fertigen
Namensteine an einer bestimmten Stelle im Gedenkstättengelände niedergelegt.
Dort fordern sie seitdem die Besucher zu stillem Gedenken auf. Viele Besucher
konnten beobachtet werden, wie sie nachdenklich die Namen studierten.
In absehbarer Zeit, der genaue Termin steht noch nicht fest, werden polnische Schüler aus der Kaltenkirchener Patengemeinde Kalisz hier die Steine ihrer verstorbenen Landsleute niederlegen.
6. Veranstaltung im September:
Schon jetzt soll auf eine im September geplante Veranstaltung mit Professor Boll hingewiesen werden. Am 14.9.04 oder 15.9.04 voraussichtlich im Kaminzimmer des Kaltenkirchener Bürgerhauses will der Historiker Professor Boll aus seinem jüngsten Buch „Gespräch als Last und Befreiung“ vorlesen. Darin untersucht er, welchem Stress und welchen Befindlichkeiten überlebende des Holocausts ausgesetzt sind, wenn sie über ihre Erlebnisse berichten. Die Hölle war so unvorstellbar unmenschlich und grausam, dass sie im Erzählen nicht annähernd erfasst werden kann und nur Bilder, Vergleiche und Symbole herhalten müssen, um sich die gewesene Wirklichkeit in etwa vorstellen zu können. Über genauere Einzelheiten der Veranstaltung wird im nächsten Newsletter zu berichten sein.
Text und Fotos: Jürgen Gill
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Trägerverein
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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.
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