Newsletter
KZ-Gedenkstätte
Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 55 vom 23. Dezember 2008
Roger
Rémond beklagt den Tod dreier Brüder aus seinem Dorf
Studentische
Arbeitsgruppen von Prof. Pohl der Uni Kiel
Dank an unsere beiden Ein-Euro-Kräfte
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1. Aufgabenschwerpunkte
Der
Trägerverein strebt eine tägliche Öffnung der Gedenkstätte an. Diese und andere Aufgaben können allein mit ehrenamtlich Tätigen nicht auf Dauer gesichert
werden. Spätestens im März 2009 müsste uns die derzeitig von der VHS
zugewiesene kompetente Kraft verlassen. In Zusammenarbeit mit der
Arbeitsagentur haben wir deshalb ein auf zwei Jahre befristetes Projekt
entwickelt, das die Beschäftigung eines Mitarbeiters in greifbare Nähe rückt.
Die folgenden drei Aufgabenschwerpunkte sollen hier näher beschrieben werden:
• Die Öffnung des Dokumentenhauses: Zunächst befristet auf zwei Jahre strebt der Trägerverein eine gesicherte tägliche Öffnung des Gedenkstättenhauses an. Die erweiterte Ausstellung, das umfangreichere Angebot an Informationen und die verbesserte Mediennutzung im Ausstellungs- und Versammlungshaus machen die tägliche Öffnung des Hauses geradezu zu einem Gebot. Denn nichts wäre schlimmer, als die vielfältigen Möglichkeiten der Informationen und Kontakte ewig lange hinter verschlossenen Türen brach liegen zu lassen. Der Trägerverein befindet sich in der einzigartig glücklichen Lage, mit Herrn Saretzki jemanden zu haben, der kompetent und engagiert täglich zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr Besucher betreuen, informieren und anleiten würde, was er bisher als Ein-Euro-Kraft für ein halbes Jahr unter Beweis gestellt hat. Durch neue Kontakte und Verabredungen gelingt die Verankerung der Gedenkstätte in der Region auf vorzügliche Weise. Denn nicht zuletzt werden wegen der günstigen Lage an der B4 durch ein weithin sichtbares Hinweisschild „KZ-Gedenkstätte – geöffnet“ viele zufällige Besucher angelockt, was oft interessante und weiterführende Kontakte initiiert.
• Die Instandhaltung und Pflege der Gedenkstätte: Gebäudewartung, Reparaturen, Pflege und Ordnung von Werkzeugen, Wartung und Bedienung der neuen Heizungsanlage und der Alarmanlage, Müllentsorgung, Landschaftspflege und Landschaftsgestaltung, Pflege und Erneuerung der Gedenksteine, Anleitung von wechselnden Hilfskräften der VHS und vieles mehr werden gewährleistet durch eine Kraft, die sich auskennt und eingearbeitet ist. Der Trägerverein befindet sich in der glücklichen Lage auch hierfür dieselbe engagierte und kompetente Person zu haben wie oben bei Punkt Nr. 1 beschrieben.
• Die kontinuierliche Arbeit im Büro: Computertätigkeit, Flugblätter, Handzettel, Telefon, Kopierer, Verwaltung der Spendenkasse, Erstellung einer Statistik, Bedienung der Medien bei Vorführungen, Vorbereitung des Versammlungsraumes für Sitzungen und vieles mehr liegen in der Hand derselben kompetenten und engagierten Person, die wir oben erwähnt haben. Natürlich gibt es zwei oder drei ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, die regelmäßig im Auftrage und in Wahrung der Interessen des Trägervereins alle beschriebenen Arbeiten und Aufgaben kontrollieren und überwachen.
• Dieses Projekt kostet Geld: Der Trägerverein sieht trotz Ausnutzung aller Zuschussmöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit (siehe § 16a SGB II ) in den kommenden zwei Jahren jeweils pro Jahr Mehrkosten zwischen 9.000 € und 10.000 € im Zuge dieses Projektes auf sich zukommen, Kosten, die er allein nicht tragen kann. Deshalb ruft der Trägerverein alle Mitglieder, Freunde und Unterstützer zu Spenden auf, die es ihm ermöglichen, das „Dreipunkteprojekt“ zu verwirklichen und den Eigenanteil der Kosten pro Jahr, die der Trägerverein selber beitragen kann und will, auf ein erträgliches Maß zu senken.
2. Termine
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17.12.08, 10.00 Uhr Gedenkstätte
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25.01.09, 16.00 Uhr Ratssaal Kaltenkirchen
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Aus Anlass des „Tages der Befreiung von Auschwitz“ am 27. Januar wird Prof. Dr. Pohl von der Universität Kiel einen Vortrag über das Verhältnis der Kieler Christian-Albrechts-Universität zum Nationalsozialismus halten.
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22.03.09, 16.00 Uhr Versammlungsraum der Gedenkstätte |
Martin Bergau liest aus seinem Buch „Der Junge von der Bernsteinküste“, in dem er von den grausamen Ereignissen berichtet, die er als Kind in Ostpreußen im Januar 1945 miterlebt hat: Tausende jüdischer Häftlinge aus dem KZ Strutthoff wurden in das eiskalte Wasser der Ostsee getrieben und kamen darin um. |
3. Roger Rémond beklagt den Tod dreier Brüder aus seinem Dorf:
In dem
Film „Vergessene Lager“, der von
Schülern einer 10. Realschulklasse aus Kellinghusen gedreht worden war und der
oft Schüler an der Gedenkstätte zur Diskussion anregt, wird der ehemalige
Häftling des Kaltenkirchener Lagers, Roger Rémond, interviewt. Hier erwähnt er drei junge Kameraden aus seinem Dorf, die mit ihm als Geiselhäftlinge nach
Deutschland verschleppt worden waren. Es waren Brüder, die alle drei die KZ-Haft
nicht überlebt haben und deren Tod er, Roger Rémond, der Familie mitteilen
musste. Im Film wird ein Gedenkstein gezeigt, der u. a. die Namen der drei
Brüder trägt. Wir haben näher recherchiert:
- André Saint – Barbe, geb. 1920, verstorben am 3. Febr. 1945 im KZ-Außenkommando Kaltenkirchen.
- Pierre Saint-Barbe, geb. 1925, verstorben am 4. April 1945 im KZ-Außenkommando Kaltenkirchen
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Paul Saint-Barbe, geb. 1923, war wie seine Brüder
im KZ-Außenkommando Kaltenkirchen.
Er starb am 15. Mai 1945 in Ravensbrück an den Folgen der KZ-Haft.
Roger Rémond im Film: „Ich überbrachte die Nachricht vom Tod der drei Söhne. Die Mutter ist verrückt geworden…“
4. Studentische Arbeitsgruppen von Prof. Pohl der Uni Kiel:
Die Studenten
der Kieler Universität haben Mitte November an der Gedenkstätte ihre Ergebnisse
vorgestellt, die sie in verschiedenen Gruppen erarbeitet haben. Viele interessante Vorschläge zur Verbesserung und Erweiterung von Ausstellung und
Präsentation wurden auf den Tisch gelegt und kritisch gewürdigt. Der Trägerverein würde gerne vieles davon nach einer Überarbeitung an der Gedenkstätte
verwirklicht sehen. Der Vorschlag, dass die studentischen Arbeitsgruppen ihre
überarbeiteten Vorschläge in einem Workshop einem größeren interessierten
Fachpublikum (z.B. Lehrern, der Presse) präsentieren, wurde von Prof. Dr. Pohl positiv aufgenommen. Ein Termin hierfür soll im Frühjahr 2009 gefunden werden.
Unsere alte
Heizungsanlage war marode und musste erneuert werden. Für den Einbau im neuen
Haus opferten Jürgen Fock, Piet Verschragen und Thomas Saretzki einen Sonntag,
um die Fensterseite für die neuen Heizkörper vorzubereiten.
6. Dank an unsere beiden Ein-Euro-Kräfte
Unsere
Ein-Euro-Kräfte sind von unschätzbarem Wert! Als Dank für ihre wertvolle
Mitarbeit haben Thomas Saretzki und Rayk Adam von der Vorsitzenden Uta Körby je einen Büchergutschein überreicht bekommen.
Den Lesern unseres Newsletters wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Text und Fotos: Jürgen Gill
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Trägerverein
Spendenaufruf des Trägervereins:
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer, unterstützen Sie uns bitte, damit die im letzten halben Jahr so erfolgreiche und gedeihliche Arbeit der Gedenkstätte ohne Bruch in die Zukunft fortgesetzt und weiterentwickelt werden kann.
Bankverbindung: Kt. 250 276 20, Sparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)
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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.
Eine Online-Version dieses Newsletters finden Sie hier.
Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de
Vorsitzende: Uta Körby
Bankverbindung:
Konto: 250 276 20, Sparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)
Kontakt:
E-Mail zum Trägerverein
(Jürgen Gill) oder zum Webmaster der Homepage (Jörn Wommelsdorff):
Bitte nutzen Sie unser Kontaktformular auf unserer Homepage http://www.kz-kaltenkirchen.de
oder antworten Sie einfach auf die Absenderadresse dieses Newsletters.
Telefon (mit Anrufbeantworter) im Dokumentenhaus: 04191 / 72 34 28
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