Newsletter
KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 50 vom 29. April 2008

 

 

* Newsletter feiert Jubiläum

* Jürgen Fock

* Hauptseminar der Uni Kiel

* Veranstaltungen und Führungen

* Zu Besuch der Familie Rémond in Lons le Saunier

 ZDF-Film aus dem Jahr 1983

 

 

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Vorab ein Terminhinweis:

An diesem Sonntag, den 4. Mai findet um 11.00 Uhr die diesjährige

Jahreshauptversammlung des Trägervereins auf der Gedenkstätte in Springhirsch statt.

 

 

 

1. Newsletter feiert Jubiläum:

 

Am 5. Juni 2003 erschien der Newsletter Nr. 1. Inzwischen sind fast 5 Jahre vergangen und der Newsletter des Trägervereins ist seitdem in vier- bis sechswöchigem Abstand regelmäßig erschienen. Er gewann rasch viele Abonnenten, die die Gelegenheit nutzten, kostenlos über die Entwicklung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch informiert zu werden.

 

Mit den 50 Newslettern kann die Geschichte der Gedenkstätte der letzten fünf Jahre ziemlich lückenlos dokumentiert werden. Sie sind alle in unserer Homepage http://www.kz-kaltenkirchen.de (dort unter „Newsletter“ / „Archiv“) gesammelt. Ganz selten musste eine Information über eine Entwicklung, die noch unfertig war, zunächst zurückgehalten werden, um sie nicht zu gefährden. Denn mit einer so großen Leserschaft wird eine schwer einzuschätzende Öffentlichkeit hergestellt, die einen äußerst vorsichtigen Umgang mit dem geschriebenen Wort erforderlich macht. Wir werden uns weiterhin bemühen, Sie, die Abonnenten, verantwortlich, sachlich und so umfassend wie möglich zu informieren.

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2. Jürgen Fock:

 

Die Arbeitsgruppe aus Schülern, Eltern und Lehrer, die der Lehrer Jürgen Fock vor einem Jahr ins Leben gerufen hatte beim „Frühjahrsputz“.Die Arbeitsgruppe aus Schülern, Eltern und Lehrer, die der Lehrer Jürgen Fock vor einem Jahr ins Leben gerufen hatte, hat mit einem gründlichen „Frühjahrsputz“ ihre Arbeit wieder aufgenommen.

 

Diesmal standen neben Pflege und Nachbesserungen die gärtnerischen Arbeiten im nördlichen Außenbereich im Mittelpunkt. Die Außenanlage im Umfeld des neuen Hauses, die im Winter brach lag, sollte nun ein ansehnliches Gesicht bekommen, zumal in diesem Frühjahr viele Besucher erwartet werden. Viele Fuhren Muttererde wurden verteilt, Steine  abgesammelt und man säte eine Wiese an. Fünf Obstbäume, zwei Kirsch-, zwei Apfelbäume und einen Zwetschgenbaum wurden dort schon vor einem Jahr in den Boden gebracht und sind inzwischen gut angewachsen.

 


 

3. Hauptseminar der Uni Kiel:

 

Prof. Dr. Karl Heinrich Pohl (hinten links) mit 16  Studenten/innen der Uni Kiel.Prof. Dr. Karl Heinrich Pohl kam mit 16  Studenten/innen am 24. April zum ersten Treffen auf die Gedenkstätte. Es ging zunächst darum, sich kennen zu lernen.

 

Jürgen Gill führte die StudentenInnen über das Außengelände und markierte dort wichtige Stationen. Uta Körby formulierte danach das Anliegen des Trägervereins.

 

Prof. Pohl moderierte schließlich mit dem Ziel, dem seinerzeit vereinbarten Projekt Anstoß und Struktur zu geben. So wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, die demnächst konkretere Vorschläge einer modifizierten Ausstellung erarbeiten wollen. Der Trägerverein stellte ihnen umfangreiches Material, Bücher, Aufsätze und Dokumente, zur Verfügung.

 

Die drei Gruppen gaben sich vorläufig folgende Arbeitstitel:

 

a) Innere und äußere Gestaltung

b) Geschichtskultur und geschichtliche Aufarbeitung

c) Didaktik, Medien, Interview …

 

Was später einmal davon verwirklicht wird, bleibt der Entscheidung des Trägervereins überlassen.

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4. Veranstaltungen und Führungen:

 

a) Beate Niemann:

 

Die Autorin Beate Niemann (rechts) sowie Uta Körby, Vorsitzende des Trägervereins.Beate Niemann, Jahrgang 1942, weilte einige Tage in Kaltenkirchen. Am 20. April stellte sie im Tagungsraum der Gedenkstätte Ihr Buch: „Mein guter Vater – Mein Leben mit seiner Vergangenheit. Eine Täterbiographie“ vor.

 

Frau Niemann ist 1942 als Tochter des Berliner Kriminalpolizisten und späteren Gestapo-Chefs von Belgrad, Bruno Sattler, geboren. Während ihrer späteren Spurensuche nach dem Leben ihres Vaters stieß sie auf Erkenntnisse, die ihr das bis dahin positive Bild vom Vater erschütterten. Bruno Sattler war an der Ermordung von 8000 jüdischen Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, beteiligt. Er starb 1972 in einem DDR-Gefängnis. Beate Niemann verarbeitete die Erkenntnisse und  lernte, die schmerzhafte Realität auszuhalten und anzuerkennen.

 

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Jürgen Gill, stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins, trägt vor Studienreferendar/innen vor.b) Seminartag: Im Rahmen ihrer Ausbildung zu Lehrern weilten jüngst 16  Referendare/innen mit ihrem Seminarleiter, Herrn Matthiessen, in der Gedenkstätte und ließen sich von Jürgen Gill führen.

 

Sehr interessiert, gut vorinformiert und aufgeschlossen entdeckten sie vielfältige Möglichkeiten, wie die KZ-Gedenkstätte in Springhirsch für den Geschichtsunterricht genutzt werden kann. Der Trägerverein ist sich bewusst und freut sich darüber, dass die angehenden Geschichtslehrer in der südholsteinischen Region wertvolle  Motivationsarbeit an ihren Schulen leisten und andere Geschichtslehrer anregen werden, die Möglichkeiten der Gedenkstätte für ihren Unterricht zu entdecken und zu nutzen.


 

c) Ehemalige Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine zu Besuch:

 

Ehemalige Zwangsarbeiterinnen, Iosifowna Tkatschenko und Galina Ananjewna Wolkowa, aus der Ukraine zu Besuch. Sie werden begrüßt von Uta Körby und Jürgen Gill, Trägerverein der KZ-Gedenktstätte Kaltenkirchen.Am 22.04.08 sind zwei ehemalige Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine zu Besuch in Kaltenkirchen gewesen.

 

In Neuengamme weilte derzeit für einige Tage eine größere Gruppe aus dem osteuropäischen Land. Drei der Frauen wollten ursprünglich nach Kaltenkirchen kommen, weil sie hier in einem Lager untergebracht gewesen waren, aber eine sagte kurzfristig wegen Erkrankung ab (unten rechts: Ein kurz nach der Befreiung 1945 bei dem Kaltenkirchener Fotografen Hewicker aufgenommenes Gruppenbild).


 

Ukrainische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter kurz nach ihrer Befreiung 1945. Das Fotos wurde bei dem Kaltenkirchener Fotografen Hewicker aufgenommen.Um 11.00 Uhr wurden sie im Rathaus vom stellvertretenden Bürgermeister, Karl Heinz Richter begrüßt und mit einem kleinen Imbiss versorgt. Anschließend ergaben sich sehr interessante Gespräche in der KZ-Gedenkstätte bei Kaffee, Tee und Kuchen. Immer wieder brachten sie zum Ausdruck, wie sie es genießen, jetzt hier als Menschen wahrgenommen und geachtet zu werden. Sie dankten überschwänglich (der ausführliche Bericht über diesen Besuch finden Sie unter Aktuelles auf unserer Homepage).

5. Zu Besuch der Familie Rémond in Lons le Saunier:

 

Roger Rémond bei einem Besuch auf der KZ-Gedenkstätte im Mai 2005.Dr. Gerhard Hoch flog am Ostermontag über München nach Lyon, um die Familie von Roger Rémond, der im Oktober 2007 verstarb,  zu besuchen.

 

Die Tochter von Roger, Frau Martine Rémond, holte ihn vom Flughafen in Lyon ab. Dr. Gerhard Hoch berichtet, dass er sehr freundliche Aufnahme fand und am nächsten Tag zusammen mit mehreren Überlebenden aus KZ-Haft, darunter auch Herr Krattinger, der das Lager Kaltenkirchen überlebt hatte, das Grab von Roger besuchte. Die Familie Rémond, diese Gäste und Dr. Gerhard Hoch legten Blumen auf das Grab. Der Präsident der „Amicale“ für die östlichen Departements Frankreichs und Dr. Gerhard Hoch sprachen einige Worte. Anschließend frischten die Veteranen sehr lebhaft Erinnerungen aus ihrer Lagerzeit auf. Besonders betonten sie übereinstimmend, wie die Winterkälte in Kaltenkirchen besonders qualvoll gewesen sei.

 

Dr. Hoch: „Mit großem Interesse, auch mit Rührung, vertieften sich alle in das schöne Fotoalbum von Herrn Pantel und Jürgen Gill, in unseren Ausstellungskatalog und einige kleinere Schriften. Die Familie ist sehr glücklich über unseren Kontakt mit ihr und lässt alle im Trägerverein herzlich grüßen.“

 

Roger Rémond war mehrfach zu Besuch in Kaltenkirchen (vgl. auf unserer Homepage die Pressemitteilung vom 27.04.2005).

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6. ZDF-Film aus dem Jahr 1983:

 

Eine 45-Minuten-Sendung des Zweiten Deutschen Fernsehens, die vor 25 Jahren ausgestrahlt worden war, hatte sich mit der Frage beschäftigt, wie und warum der menschenverachtende Geist des Nationalsozialismus gerade hier im ländlichen Raum Südholsteins so früh und so durchgreifend hatte Fuß fassen können. Besonders die Interviews älterer Kaltenkirchener, also Zeitzeugen, von denen viele nicht mehr leben, sind heute ungeheuer interessant.

 

Das ZDF war damals wegen der Diskussion um das Buch von Dr. Gerhard Hoch: „Zwölf wiedergefundene Jahre. Kaltenkirchen unter dem Hakenkreuz“ auf das Thema aufmerksam geworden.

 

Der Vorstand des Trägervereins beschloss auf seiner letzten Sitzung, im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Trägervereins am 4. Mai 2008 interessierten Teilnehmern diesen Film zu zeigen.

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Text und Fotos: Jürgen Gill

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Trägerverein

 

 

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Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.

 

Eine Online-Version dieses Newsletters finden Sie hier.

 

Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de

Vorsitzende: Uta Körby

 

Bankverbindung:

Konto: 250 276 20, Sparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)

 

Kontakt:

E-Mail zum Trägerverein (Jürgen Gill) oder zum Webmaster der Homepage (Jörn Wommelsdorff):
Bitte nutzen Sie unser
Kontaktformular auf unserer Homepage http://www.kz-kaltenkirchen.de
oder antworten Sie einfach auf die Absenderadresse dieses Newsletters.

 

Telefon (mit Anrufbeantworter) im Dokumentenhaus: 04191 / 72 34 28

 

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