Newsletter
KZ-Gedenkstätte
Kaltenkirchen in Springhirsch
Nr. 48 vom 9. Februar 2008
Zusammenarbeit mit der Stadt Kaltenkirchen
Gut
besuchte Veranstaltung am 27.01.08
Überarbeitung
des Buches „Hauptort der Verbannung“ von Dr. Gerhard Hoch
Martine
Rémond, Tochter von Roger Rémond
Die Bilder sind nicht sichtbar? Bitte stellen Sie dann eine Internetverbindung her und nutzen die Online-Version dieses Newsletters.
1. Zusammenarbeit mit der Stadt Kaltenkirchen:
Es wird schon allmählich zur Tradition, dass der Trägerverein am Tag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee den Ratssaal der Stadt Kaltenkirchen für eine Gedenkveranstaltung zur Verfügung gestellt bekommt. Der Vorgang zeigt, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Kaltenkirchen nicht nur hervorragend funktioniert, sondern den Stadtgremien das Erinnern, Mahnen und Bekennen wichtige Anliegen sind. Der Trägerverein KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V. ist eben nicht irgendein Verein. Viele Vertreter aller Fraktionen der Kaltenkirchener Stadtvertretung bekundeten durch ihre Anwesenheit bei der Gedenkveranstaltung, dass der Trägerverein eine Aufgabe von öffentlicher Bedeutung wahrnimmt, die es ihm erlaubt, den Ratssaal der Stadt zu nutzen.
2. Gut besuchte Veranstaltung am 27.01.08:
Über 60
Zuhörer waren gekommen, um dem Vortrag von Prof. Dr. Uwe Danker zu folgen. Die
Veranstaltung moderierte Uta Körby. Ein Grußwort sprach Karl-Heinz Richter,
stellvertretender Bürgermeister in Kaltenkirchen. Nicht nur die große
Besucherzahl belegt die Bedeutung und Akzeptanz des Trägervereins in der
Region, sondern auch die Tatsache, dass viele Kommunalvertreter aus Quickborn
und Bad Bramstedt, einige Bürgermeister aus dem Umland, Kirchenvertreter und
Vertreter verschiedener Initiativen wie z.B. „Stolpersteine“ aus Barmstedt und
„Himmelmoor“ aus Quickborn anwesend waren, zudem viele Schulleiter und Lehrer.
3. „Aus der Geschichte lernen?“
„Aus der
Geschichte lernen?“ so fragte der Referent Prof. Dr. Uwe Danker im Titel seines
Vortrages und beschäftigte sich mit dem Problem der NS-Geschichtsvermittlung,
das ein Spannungsfeld zwischen dem, was sie leisten kann und dem, was von ihr
erwartet wird, aushalten muss. Den Pädagogen unter den Zuhörern dürfte während
des Vortrages erneut bewusst geworden sein, dass die Vermittlung der
NS-Geschichte in Schule, Fernsehen und Gedenkstätten keine Garantie dafür
bieten kann, die von der Öffentlichkeit erwarteten Ergebnisse zu erreichen. Die
Schule stößt oft an
gesellschaftlich bedingte soziale Grenzen. Das Fernsehen mit seinen hervorragenden Möglichkeiten versagt oft
wegen seiner Quotenhörigkeit. Und Gedenkstätten
arbeiten zwar als authentische Lernorte unter ausgezeichneten Bedingungen und
können Schülern intensive Anstöße geben. Aber die eigentlich vertiefende
Erarbeitung findet unter fachlicher Anleitung erst nach dem Besuch statt.
4. Arbeitskreis am 15. 02. 08:
Am Freitag, d. 15.02.08, ab 16.00 Uhr in der Gedenkstätte beschäftigt sich der Arbeitskreis damit, die Grundzüge eines tragfähigen Konzeptes zu entwerfen, an dem sich zukünftig die Arbeit des Trägervereins orientieren will. Das Konzept soll Ziele nennen, Inhaltsschwerpunkte festlegen und Formen der Präsentation und Didaktik vorschlagen. Hier an dieser Stelle sollen einige Fragen und Überlegungen vorauseilen, um zu weiteren Ideen anzuregen:
- Ziele: Welche Bedeutung hat die rein kognitive Vermittlung von Fakten der NS-Geschichte? Welche Rolle spielt das emotionale Lernen mit dem Ziel, folgende Werte zu fördern: Mitmenschliches Fühlen – Achtung und Toleranz gegenüber dem Fremden – Rücksicht auf Schwächere – Anerkennung der unverwechselbaren Einzigartigkeit eines jeden Menschen und seinen Schutz – Mut, sich für diese Werte einzusetzen! Was kann hierzu das „aus der NS-Geschichte lernen“ beitragen.
- Inhaltsschwerpunkte: Geschichte, Vorgeschichte und Nachgeschichte des KZ-Außenkommandos Kaltenkirchen, gibt es darüber hinaus weitere Inhalte? Wie weit darf sich der Trägerverein auf das politische Terrain der Gegenwart vorwagen?
- Formen der Präsentation und Didaktik: Hierzu soll ab Sommer 2008 die Zusammenarbeit mit Studenten von Prof. Dr. Pohl beginnen.
5. Überarbeitung des Buches „Hauptort der Verbannung“ von Dr. Gerhard Hoch:
Jürgen Gill hat inzwischen die Überarbeitung
abgeschlossen, die weitgehend die Dokumente und Materialien von Dr. Gerhard
Hoch zur Grundlage hat. Aber auch neue Quellen und Dokumente, die sich in Folge
der Entwicklung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in den letzten elf Jahren
angesammelt haben, wurden ausgewertet und eingearbeitet. Zudem wurde die
wechselhafte Geschichte der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Text und Bildern
dargestellt und dem Buch hinzugefügt. Die Überarbeitung war notwendig geworden,
weil das Werk von Gerhard Hoch vergriffen war, es ständig an der Gedenkstätte
nachgefragt wurde und ein Buch, das das Außenkommando Kaltenkirchen zum Thema
hat, heute eine andere Aufgabe erfüllen und ein anderes Lesepublikum erreichen
muss als damals 1977. Der Wachholtz Verlag in Neumünster will das Buch
herausgeben.
6. Martine Rémond, Tochter von Roger Rémond:
Martine Rémond
hat sich in einem ganz lieben Brief, den sie mit sichtlichem Engagement in
deutscher Sprache geschrieben hat, für das Fotoalbum bedankt, das der Familie von
Roger Rémond geschenkt worden war. Der ehemalige KZ-Häftling Roger Rémond, der
im Außenlager Kaltenkirchen gewesen war, ist Anfang Oktober 2007 verstorben. In
Zusammenarbeit mit Jürgen Gill vom Trägerverein hat der Lehrer Heinrich Pantel
die Geschichte der Gedenkstätte in Fotos und kurzen Texten als Fotoalbum
gestaltet, ins Französische übersetzen lassen und der Familie geschenkt. Das
Album in deutscher Sprache liegt an der Gedenkstätte zur Ansicht aus. Martine
Rémond: „Wir erneuern Ihrer ganzen Mannschaft unser herzliches Dankeschön für
die … Gedächtnisarbeit…“ Die in dieser schönen Mail zum Ausdruck kommende
Dankbarkeit zeigt, wie wertvoll die Kontakte zu den Angehörigen der ehemaligen
Opfer sind. Die gilt es zu pflegen und auszubauen.
Text und Fotos: Jürgen Gill
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Trägerverein
-------------------------------------------------------------------------
Trägerverein der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V.
Eine Online-Version dieses Newsletters finden Sie hier.
Homepage der KZ-Gedenkstätte: http://www.kz-kaltenkirchen.de
Vorsitzende: Uta Körby
Bankverbindung:
Konto: 250 276 20, Kreissparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)
Kontakt:
E-Mail zum Trägerverein
(Jürgen Gill) oder zum Webmaster der Homepage (Jörn Wommelsdorff):
Bitte nutzen Sie unser Kontaktformular auf unserer Homepage http://www.kz-kaltenkirchen.de
oder antworten Sie einfach auf die Absenderadresse dieses Newsletters.
Telefon (mit Anrufbeantworter) im Dokumentenhaus: 04191 / 72 34 28
Änderung Ihrer E-Mailadresse:
Sofern sich Ihre E-Mailadresse geändert hat, senden Sie uns bitte hier eine Nachricht per Mail.
Abmeldung vom Newsletter:
Sofern Sie sich von dem Newsletter abmelden möchten, stellen Sie bitte eine Verbindung zum Internet her und klicken dann hier.
Auf der dann
erscheinenden Internetseite (http://www.kz-kaltenkirchen.de/newsletter-abmeldung)
können Sie sich vom Newsletter abmelden.
Da wir unseren Newsletter stets verbessern möchten, bitten
wir Sie, uns die Gründe für Ihre Abmeldung mitzuteilen.